In den Gottesdiensten am Mittwochabend, 18. Februar 2015, startete die neue Themenreihe mit dem Titel „Bibelkunde“. Die Bibel hat für den Glauben und für die Predigt des Evangeliums herausragende Bedeutung.

Die Themenreihe „Bibelkunde“ dient dazu, die Bibelkenntnisse der Gemeinde zu fördern und zu vertiefen. Wenn nicht beispielsweise Hochfeste die Themen des Monats bestimmen, wird es künftig einmal im Monat einen Gottesdienst mit einem Bibelkunde-Schwerpunkt geben. Das bedeutet, dass in der Predigt in dem betreffenden Gottesdienst ein Gleichnis Jesu, eine biblische Person oder ein Sachverhalt „auch beispielsweise hinsichtlich ihres geschichtlichen, kulturellen oder gesellschaftlichen Hintergrundes beleuchtet werden“, wie es in den „Leitgedanken“ vom Februar 2015 heißt.

Leitgedanken“ für die Predigt

„Leitgedanken“ ist der Titel einer Monatsschrift, und der Name ist Programm: „Leitgedanken“ erhalten die Amtsträger in der Neuapostolischen Kirche zu dem jeweils vorgegebenen Bibelwort, das der Predigt im Gottesdienst zugrunde gelegt wird. Dabei sind die „Leitgedanken“ jedoch keine Predigtanleitungen oder gar Predigtvorgaben – sie geben lediglich Impulse und Hinweise für die Wortverkündigung. Die Amtsträger sollen sich mit diesen Hinweisen in der Vorbereitung auf die Gottesdienste beschäftigen.

Die Predigt – als die an die Gemeinde gerichtete geistliche Rede eines Amtsträgers – wird nach neuapostolischer Glaubensüberzeugung vom Heiligen Geistes erweckt und ist von seiner Kraft durchwirkt; sie stärkt den Glauben, fördert Erkenntnis, vermittelt Trost, mahnt zum Handeln nach den Maßgaben des Evangeliums und hält die Erwartung der baldigen Wiederkunft Christi wach.

Im Katechismus der Neuapostolischen Kirche (KNK) steht dazu u.a.: „Vorrangiges Ziel der Predigt ist es, den Glauben zu wecken und zu erhalten, den Jesus bei seiner Wiederkunft erwartet. […] Der Glaube an das baldige Wiederkommen des Herrn wirkt sich auf das Verhalten der Gläubigen im täglichen Leben aus.“ (KNK Kapitel 12.1.6.3.2)

Bildlich wird die Predigt mit einem Spiegel verglichen, in dem sich der Zuhörer „selbst erkennen und sich darüber bewusst werden kann, was notwendig ist, um in das Wesen Christi hineinzuwachsen (Jak 1,22-24).“ (KNK ebd.)

Auch zu den zwei Ebenen der Wortverkündigung wird im Katechismus einiges ausgeführt, u.a. dies: „Gottes Wort ist vollkommen, lauter und untrüglich – doch wird es durch unvollkommene Menschen verkündigt. Deswegen kann die Predigt Fehlerhaftes enthalten. Doch legt Gott […] in die unzulänglichen menschlichen Worte der Predigt Kraft hinein.“ (KNK 12.1.6.3.3)

In die Gemeinschaft mit Gott gelangen

Im Bibelwort aus dem Matthäus-Evangelium, das der Predigt am 18. Februar zugrunde lag, geht es um das Gleichnis von der königlichen Hochzeit, das in Kapitel 22 geschildert wird, mit dem Fokus auf dem „hochzeitlichen Gewand“ (Verse 11 und 12). Die Gottesdienstleiter waren aufgefordert, im Rahmen der Bibelkunde das Bild des „hochzeitlichen Gewandes“ in den Mittelpunkt der Auslegung zu stellen. Stammapostel Jean-Luc Schneider, das geistliche Oberhaupt der Kirche, gab einige Gedanken dazu. Das königliche Hochzeitsfest deutete er als Bild für die Gemeinschaft mit dem dreieinigen Gott, das „hochzeitliche Gewand“ als Gnade, Demut, Liebe zu Gott und Liebe zum Nächsten. Wenn man dieses „Kleid“ trage, ziehe man Gottes Wohlgefallen auf sich und könne in die ewige Gemeinschaft mit Gott gelangen.

Weitere „Bibelkunde“-Themen werden in den Gottesdiensten in diesem Jahr „Der barmherzige Samariter“, „Der (ungläubige) Apostel Thomas“, „Johannes der Täufer“, „Die Witwe von Zarpath“ und „Rut und Noomi“ sein („Leitgedanken“ Februar 2015, Seite 3).

Herausgeber der „Leitgedanken“ ist der Stammapostel. Geleitet wird die Arbeitsgruppe „Leitgedanken“ von Apostel Jürgen Loy (Gebietskirche Süddeutschland, Apostelbereich Stuttgart). Ein weiteres Arbeitsgruppen-Mitglied aus Süddeutschland ist Apostel Herbert Bansbach (Apostelbereich Karlsruhe).