Unter diesem Thema stand die Veranstaltung des „Forums für Unternehmer und Führungskräfte“ (FuF) im Forum Fasanenhof am 6. Juni 2016.

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    Die 24. Veranstaltung des Forums für Unternehmer und Führungskräfte

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    Bezirksapostel Urs Hebeisen

Der Begriff „Corporate Social Responsibility“, kurz gefasst als „CSR“, bezeichnet die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen und Unternehmern. Dabei geht es um den freiwilligen Beitrag der Wirtschaft zu einer nachhaltigen Entwicklung, der über die gesetzlichen Forderungen hinausgeht. „CSR“ steht sowohl für verantwortliches unternehmerisches Handeln in der eigentlichen Geschäftstätigkeit, die z.B. die ökologisch relevanten Aspekte umfasst, als auch für die Beziehungen zu den Mitarbeitern und für die Arbeitsplatzgestaltung.

Den Impulsvortrag bei dieser 24. Veranstaltung des FuF im Forum Fasanenhof, der Begegnungsstätte der Neuapostolischen Kirche Süddeutschland in Stuttgart-Möhringen, hielt Urs Hebeisen.

Der gebürtige Schweizer ist Bezirksapostel und verantwortlich für die neuapostolischen Gebietskirchen in Südostasien, unter anderem auf den Philippinen, in Singapur, Südkorea, Taiwan, Thailand und Vietnam. Seit über 40 Jahren ist er auch in verschiedenen Funktionen in Südostasien unternehmerisch tätig. Seit 1984 verantwortet er als Geschäftsführer ein international tätiges Logistikunternehmen mit Sitz im Schwellenland Philippinen. Er ist Mitglied im „European Chamber of Commerce“, „German Chamber of Commerce and Industry“ und “Philippine Chamber of Commerce and Industry”.

Zu Beginn seines Vortrags im FuF (www.fuf-unternehmerforum.de) wies er darauf hin, dass er seinen kirchlichen Amtsauftrag als Berufung verstehe und nicht als Ausübung von Sozialverantwortung. Aber natürlich lebten Christen ja in der Gesellschaft und sollten so handeln, dass es dem Evangelium und Gottes Willen und Wohlgefallen entspreche; insofern könne verantwortliches unternehmerisches Handeln davon nicht getrennt werden.

Als überzeugter neuapostolischer Christ gab er in seinem lebhaften Vortrag dann keine Verhaltensregeln für Geschäftsleute und Unternehmer, die neuapostolisch sind, doch er leitete von seinem Glaubensverständnis Definitionen für die Unternehmensethik ab. So untermauerte er auch seine Denkanstöße mit Hinweisen auf die Bibel. Beispielsweise erwähnte er die Weisung in 3. Mose 19,10, wo davon die Rede ist, auf Feldern nicht alles abzuernten, sondern für Arme und Fremdlinge etwas stehen zu lassen: Das bedeute, so Urs Hebeisen, nicht bloßes Almosengeben, sondern keine ungezügelte Profitmaximierung.

Er zeigte auf, dass das Leben und die Lehre Jesu letztlich auch normative Werte für unternehmerisches Handeln geben, und ermunterte zur kritischen Überprüfung der eigenen Sozialkompetenz und dem, was man für den wirtschaftlichen Wohlstand aller in der Gesellschaft und für die Umwelt beitrage (Fairtrade z.B. soll eine Wertschöpfung für alle bieten). Unter allen Umständen Fairness und Respekt haben im Umgang mit Mitarbeitern, Geschäftspartnern, Kunden, aber auch mit Konkurrenten, ist für ihn ebenso essentiell für ein sozialverantwortliches Konzept wie das Engagement für hilfsbedürftige Mitmenschen ohne jedweden Entlohnungsanspruch und ohne irgendeine Gewinnerwartung. Ganz konsequent den Glauben im Alltag leben, darauf liefen letztlich die Denkanstöße aus seinem Impulsvortrag hinaus. Seine klare Vision: die Worte des Herrn „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein“ (Matthäus 4,4) und „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit“ (Matthäus 6,33) umsetzen.

Eine Diskussion im Plenum – der Vortragssaal im Forum Fasanenhof war bis auf den letzten Platz besetzt – und ein vielfältiger Gedankenaustausch in kleinen Gruppen schlossen den Abend ab.

Mit Bezirksapostel Michael Ehrich, der auch an dieser Veranstaltung des FuF dabei war, reiste Bezirksapostel Hebeisen in dieser Woche dann in die Ukraine, zu einem Jugendtag.