Vor 20 Jahren wurde er als gesetzlicher Feiertag hierzulande abgeschafft: der Buß- und Bettag. Für Christen ist es ein besonderer Tag geblieben. Er gemahnt daran, innezuhalten und sich zu besinnen, wo gegen den göttlichen Willen verstoßen wurde. Damit einher gehen das Bereuen von Fehlverhalten, die Bereitschaft zur inneren Umkehr und das Verlangen nach der Gnade Gottes.

„Bettag“ bedeutet aber auch, sich im Gebet ehrfürchtig vor dem allmächtigen Gott zu verneigen und mit ihm in Verbindung zu treten. Für die Glaubenden ist Beten ein Herzensbedürfnis. Bitten und Fürbitten werden Gott im Glauben und im Vertrauen dargebracht.

Am Mittwoch vor dem letzten Sonntag im Kirchenjahr, am 18. November 2015, wurde in den Kirchengemeinden in Süddeutschland im Abendgottesdienst der Buß- und Bettag begangen. Der Predigt lag ein Bibelwort aus der Offenbarung, Kapitel 3,19 zugrunde.

Angesichts der Erschütterung über die Terrorangriffe am 13. November in Paris, als Terroristen über 130 Menschen töteten, hatte der „Bettag“ in vielen Kirchengemeinden den besonderen Akzent, gemeinsam für alle zu beten, die aus dem Leben gerissen wurden und die in Leid gekommen sind.

Gottes Gebote – Ausdruck seiner Liebe

Gott sei die Liebe. Den Menschen habe er die Gebote gegeben, um sie vor den Folgen sündhaften Handelns zu bewahren, war ein Predigtschwerpunkt. So seien auch die Gebote Ausdruck göttlicher Liebe.

Der göttliche Rat: „… tue Buße!“ sei ebenfalls Liebesbeweis Gottes, der nicht wolle, dass die Glaubenden einer Selbsttäuschung erliegen würden, kam in der Predigt zum Ausdruck. Gott schenke stets eine Perspektive der Umkehr zur Erfüllung seines Willens und letztlich zur Gemeinschaft mit ihm.

Reue und Buße

Das Markus-Evangelium bezeugt, dass Jesus Christus zu Beginn seines Wirkens auf Erden dazu aufrief: „Tut Buße und glaubt an das Evangelium!“ (Kapitel 1,15).

Ist die Bereitschaft vorhanden, sich zu ändern, sich vom alten Wesen abzukehren und sich ganz zum Herrn hinzuwenden, besteht die Erkenntnis, Sünder zu sein und Schuld auf sich geladen zu haben, und ist Reue im Herzen, darf der Sünder auf die Gnade Gottes hoffen.

Christus hat das Opfer gebracht zur Vergebung der Sünden und der Tilgung der Schuld: „In ihm haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Sünden, nach dem Reichtum seiner Gnade“ (Epheser 1,7).

Foto: AngiePhotos - istockphotos.com