Am 10. November 2019 haben Christen in aller Welt für ihre Glaubensgeschwister gebetet, die bedrängt und verfolgt werden.

Gemäß Artikel 18 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte hat jeder Mensch das Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit. Dieses Recht schließt unter anderem – so heißt es in dem Artikel ausdrücklich – die Freiheit ein, seine Religion allein oder in Gemeinschaft mit anderen, öffentlich oder privat durch Lehre, Ausübung, Gottesdienst und Kulthandlungen zu bekennen.

Weltweit wird dieses Recht Menschen vorenthalten. Viele Christen in aller Welt sind von Verletzungen der Religionsfreiheit massiv betroffen. Sie werden aufgrund ihres Glaubens benachteiligt und diskriminiert, bedrängt und verfolgt oder gar getötet. (Oft allerdings sind die Gründe für die Diskriminierung und Verfolgung komplex und so unterschiedlich wie die Länder, in denen sie stattfindet.)

Gemeinsam mit anderen engagiert sich die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland für den Schutz bedrängter und verfolgter Christen und ruft zum Gebet für sie auf. Dazu hat die ACK – in der die Neuapostolische Kirche Gastmitglied ist (wir berichteten) – 2019 eine Handreichung mit Texten und Gebeten für verfolgte und bedrängte Christen herausgegeben.

Ein Professor für Menschenrechtspolitik brachte bezüglich von Bedrängnissen und Verfolgungen von Christen in einem Interview mit der Menschenrechtsorganisation „Amnesty International“ seine Einschätzung auf den Punkt: „Solidarität verdienen alle verfolgten Menschen.“

So setzt sich die ACK nach eigener Aussage dafür ein, dass alle Menschen in Frieden und Freiheit ihre Religion ausüben können, „gleichwohl sind die verfolgten und bedrängten Christen besonders im Blick“. Dies kommt unter Hinweis auf Apostel Paulus auch im Vorwort der Handreichung zum Ausdruck: „‘Lasst uns allen Menschen Gutes tun, besonders aber denen, die mit uns im Glauben verbunden sind‘ (Gal 6,10). In diesem Sinne nehmen wir als christliche Kirchen in Deutschland Anteil am Leid der Geschwister in den Konfliktregionen dieser Welt.“ Es heißt darin auch: „Wenn wir uns für bedrängte und verfolgte Christen einsetzen, dann tun wir das über konfessionelle und kirchenpolitische Grenzen hinweg ... Vor allem aber bringen wir im Gebet und in der gemeinsamen Fürbitte unser gemeinsames Anliegen vor Gott.“

Die Evangelische Kirche in Deutschland gedenkt seit 2010 am zweiten Sonntag in der Passionszeit (Reminiszere, im Februar) der bedrängten und verfolgten Christen, während die Deutsche Bischofskonferenz der römisch-katholischen Kirche den zweiten Weihnachtstag, 26. Dezember (Stephanustag), ausgewählt hat, um fürbittend der Christen zu gedenken, die weltweit Opfer von Ausgrenzung und Unterdrückung sind.

Das christliche Hilfswerk „Open Doors“ ruft gemeinsam mit der Evangelischen Allianz zu einem Gebetstag für Christen auf, die unter Verfolgung leiden. Er findet seit mehreren Jahren am zweiten Sonntag im November weltweit in über 100 Ländern statt.

Neuapostolische Christen pflegen ein individuelles Gebetsleben, und die Glaubenden beten für alle Menschen, die Gottes Hilfe brauchen – und so waren darunter gewiss gestern auch Gebete für Christen in Bedrängnis und Not. Die Kirche beteiligt sich am weltweiten Gebetstag für den Frieden.

Foto: Susanne Raible