Mitte September unternahm Bezirksapostel Michael Ehrich, Leiter der Gebietskirche Süddeutschland, eine Reise nach Kroatien und Serbien. Die Gemeinden dort gehören zu seinem europäischen Arbeitsbereich.

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    Der Bezirksapostel (im Bild rechts), neben ihm ein Übersetzer

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    Apostel Budnyk, flankiert von Übersetzern

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    Im Kirchengarten, nach dem Gottesdienst in Zagreb

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    Gottesdienst in Zrenjanin: Entlastung des Apostels Budnyk als Länderverantwortlicher

Am Mittwoch, 13. September 2017, feierte der Bezirksapostel Gottesdienst mit der Gemeinde Zagreb. Begleitet wurde er von Apostel Anatolij Budnyk aus der Ukraine sowie dem Bezirksältesten Stojan Manevski aus Mazedonien, der dort sowie in Kroatien, Serbien und Bosnien-Herzegowina als Bezirksvorsteher beauftragt ist. Zu einem Predigtbeitrag rief der Bezirksapostel Apostel Budnyk und den Bezirksältesten Manevski.

Der Gottesdienst in der Hauptstadt Kroatiens hatte ein besonderes Gepräge, denn zum einen gab es – außer der Feier des Heiligen Abendmahls – eine weitere sakramentale Handlung: Zwei Getaufte empfingen das Sakrament der Heiligen Versiegelung, bei dem die Gabe des Heiligen Geistes gespendet wird. Zum anderen übernahmen drei Jugendliche aus der Gemeinde Zagreb die Konsekutiv-Übersetzung der Predigt und Predigtbeiträge: Es erfolgte am Altar eine Übersetzung aus der deutschen in die kroatische Sprache, zudem eine Übersetzung aus dem Russischen ins Kroatische und ins Deutsche.

In Serbien feierte der Bezirksapostel am 14. September Gottesdienst in Zrenjanin. Außerdem führte er verschiedene Besprechungen durch und entlastete Apostel Budnyk von seiner Beauftragung als Länderverantwortlicher für Bosnien-Herzegowina, Mazedonien und Serbien.

Was sagt der Katechismus dazu?


Was der 2015 erschienene „Katechismus der Neuapostolischen Kirche in Fragen und Antworten“ zur Gabe des Heiligen Geistes sagt, zitieren wir nachstehend:

204. Was ist die Gabe des Heiligen Geistes?

Es muss unterschieden werden zwischen dem Heiligen Geist als Person der Gottheit und dem Heiligen Geist als Gabe Gottes.

Der Heilige Geist als Gabe Gottes ist ein Geschenk Gottes und eine Kraft, die aus dem dreieinigen Gott hervorgeht. Der Gläubige, der diese Gabe empfängt, wird zugleich mit der Liebe Gottes erfüllt.

Getaufte, die den Heiligen Geist als Gabe Gottes empfangen, erhalten damit die Gotteskindschaft.


205. Wie empfängt man die Gabe des Heiligen Geistes?

Die Gabe des Heiligen Geistes schenkt Gott durch Handauflegung und Gebet eines Apostels. Dies zeigt beispielhaft das Geschehen in Samarien.


206. Wird der Heilige Geist im Alten Testament erwähnt?

Ja, wenn wir im Alten Testament vom „Geist Gottes“ lesen, ist damit der Heilige Geist gemeint. Er wird jedoch noch nicht als göttliche Person dargestellt.


207. Hat der Heilige Geist in alttestamentlicher Zeit gewirkt?

Ja, in der Heiligen Schrift wird das Wirken des Heiligen Geistes in alttestamentlicher Zeit vielfach bezeugt. Der Heilige Geist regte Menschen an, damit sie Werkzeuge nach göttlichem Willen sein konnten. Er wirkte zum Beispiel in den alttestamentlichen Propheten und sprach durch sie. Durch den Heiligen Geist wurden Verheißungen hervorgebracht, die das Kommen des Messias betrafen.


208. Wurde der Heilige Geist in alttestamentlicher Zeit auch als Gabe geschenkt?


Nein, der Heilige Geist erfüllte in alttestamentlicher Zeit Menschen nur zeitweilig. Der Heilige Geist als sakramentale Gabe konnte erst nach dem Opfertod Jesu Christi empfangen werden.


521. Wann geschah die Salbung Jesu mit dem Heiligen Geist?

Nach der Taufe Jesu kam der Heilige Geist auf ihn herab. Johannes der Täufer bezeugte: „Ich sah, dass der Geist herabfuhr wie eine Taube vom Himmel und blieb auf ihm“ (Johannes 1,32). Dieses Geschehen kann als „Salbung“ bezeichnet werden.


522. Was bedeuten die Taufe Jesu und die anschließende Salbung mit dem Heiligen Geist?

Die Taufe Jesu durch Johannes den Täufer und das Herabkommen des Heiligen Geistes auf Jesus sind Hinweise auf die Sakramente der Heiligen Wassertaufe und der Heiligen Versiegelung.

Die Salbung Jesu mit Heiligem Geist stellt ihn als den Messias heraus. Sie ist Hinweis auf das Sakrament der Heiligen Versiegelung. Darauf nimmt auch Apostelgeschichte 10,37.38 Bezug: „Ihr wisst, was in ganz Judäa geschehen ist, angefangen von Galiläa nach der Taufe, die Johannes predigte, wie Gott Jesus von Nazareth gesalbt hat mit Heiligem Geist und Kraft.“


523. Woraus ergibt sich, dass die Wassertaufe Voraussetzung für den Empfang der Gabe des Heiligen Geistes ist?

Apostel Petrus antwortete den Zuhörern der Pfingstpredigt auf ihre Frage, was sie tun sollten: „Tut Buße und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des Heiligen Geistes“ (Apostelgeschichte 2,38).


524. Was berichtet die Apostelgeschichte über die Heilige Versiegelung?

Einen wichtigen Hinweis auf die Versiegelung gibt Apostelgeschichte 8,14 ff.: „Als aber die Apostel in Jerusalem hörten, dass Samarien das Wort Gottes angenommen hatte, sandten sie zu ihnen Petrus und Johannes. Die kamen hinab und beteten für sie, dass sie den Heiligen Geist empfingen. Denn er war noch auf keinen von ihnen gefallen, sondern sie waren allein getauft auf den Namen des Herrn Jesus. Da legten sie die Hände auf sie und sie empfingen den Heiligen Geist.“

Nach diesem Zeugnis der Schrift ist die Heilige Versiegelung an das Apostelamt gebunden. Dies bestätigt auch Apostelgeschichte 8,18: Simon, der früher Zauberei betrieben hatte, dann zum Glauben gekommen war und sich taufen ließ (vgl. Apostelgeschichte 8,9.11ff.), „sah, dass der Geist gegeben wurde, wenn die Apostel die Hände auflegten“.

An diesem Geschehen ist erkennbar, dass die Sakramente der Heiligen Wassertaufe und der Heiligen Versiegelung deutlich voneinander abgegrenzt sind. Ähnliches finden wir auch in Apostelgeschichte 19,1-6. In Ephesus hatten Jünger nur die Taufe zur Buße durch Johannes empfangen. Als sie zum Glauben an Jesus kamen, wurden sie zunächst auf den Namen des Herrn Jesus getauft. Danach empfingen sie durch den Apostel die Gabe des Heiligen Geistes: „Und als Paulus die Hände auf sie legte, kam der Heilige Geist auf sie.“


525. Wie wird das Sakrament der Heiligen Versiegelung gespendet?

Das Sakrament der Heiligen Versiegelung wird durch Apostel gespendet, indem sie dem Getauften in dem Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, die Gabe des Heiligen Geistes vermitteln. Dabei legen sie die Hände auf das Haupt des Getauften und beten.


526. Welches sind die Voraussetzungen für den Empfang der Heiligen Versiegelung?

Die Heilige Versiegelung setzt beim Empfangenden den Glauben an den dreieinigen Gott und die von Jesus Christus gesandten Apostel voraus. Er muss zuvor formgerecht mit Wasser getauft worden sein. Er muss seinen Glauben bekennen und geloben, Christus nachzufolgen.


527. Wer kann die Heilige Versiegelung empfangen?

Die Heilige Versiegelung kann jeder Mensch empfangen, der die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt. Das Sakrament wird sowohl Erwachsenen als auch Kindern gespendet. Bei einer Versiegelung von Kindern müssen die Eltern bzw. zur religiösen Erziehung Berechtigten stellvertretend den Glauben bekennen. Sie müssen geloben, die Kinder im neuapostolischen Glauben zu erziehen.


528. Was verstehen wir unter „Wiedergeburt aus Wasser und Geist“?

Die beiden Sakramente Heilige Wassertaufe und Heilige Versiegelung machen zusammen die „Wiedergeburt aus Wasser und Geist“ aus. Durch sie schafft Gott die „neue Kreatur“ – Leben aus Gott.


529. In welchem Zusammenhang stehen Heilige Versiegelung und Wiedergeburt aus Wasser und Geist?

Die Heilige Versiegelung ist ein Bestandteil der Wiedergeburt aus Wasser und Geist. In ihr wird vollendet, was Gott in der Wassertaufe begonnen hat. Die Erneuerung des Menschen geschieht durch Gott, den Heiligen Geist, der sich so als Neuschöpfer zeigt.


530. Welches sind die Auswirkungen der Heiligen Versiegelung?

Bei der Heiligen Versiegelung wird der Mensch bleibend mit Heiligem Geist erfüllt. Gott schenkt ihm Anteil an seinem Wesen; dabei werden Gottes Kraft, Gottes Leben und Gottes Liebe dem Menschen geschenkt: „Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsre Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist“ (Römer 5,5).

Der Versiegelte ist Eigentum Gottes; Gottes Geist hat bleibend Wohnung in ihm genommen (vgl. Römer 8,9).

Der Mensch ist nun Gotteskind, er ist zum Erstling berufen: Die Wiedergeburt hat also eine gegenwärtige Auswirkung in der Gotteskindschaft und eine zukünftige in der Erstlingsschaft.

Als Gotteskind ist der Glaubende Gottes Erbe und Miterbe Christi. Der „kindliche Geist“, der durch die Heilige Versiegelung im Menschen wirkt, spricht Gott vertrauensvoll als „lieber Vater“ an.

Gibt der Versiegelte dem Heiligen Geist Raum zur Entfaltung, entwickeln sich göttliche Tugenden. Sie werden bildhaft als „Frucht des Heiligen Geistes“ bezeichnet (vgl. Galater 5,22).


Den „Katechismus in Fragen und Antworten“ veröffentlichen wir nach und nach in thematischen Blöcken unter „Katechismus“ in der Rubrik „Woran wir glauben“.