Am Freitag, 5. März 2015, wurden im Rahmen einer Feierstunde in Freiburg i.Br. unter Schirmherrschaft des Freiburger Oberbürgermeisters Dieter Salomon die Auszeichnungen für „Beispielhaftes Bauen“ (für die Jahre 2006 – 2014) vergeben.

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Die neuapostolische Kirche in Freiburg, Seminarstraße 22, die 2010 umgebaut und saniert worden war, ist unter den prämierten Bauten.

In der Kurzbeschreibung des Kirchengebäudes – für das Architekt Jochen Uhlmann von Mühleisen und Partner (Stuttgart) verantwortlich zeichnet – wird ausgeführt: „Nach dem grundlegenden Umbau führt ein neu definierter öffentlicher Platz zur Kirche. Über ein an den Altbau anliegendes neues Foyer gelangen die Besucher per Aufzug oder einer flachen rampenartigen Treppe zu dem höher gelegenen Kirchenraum. Der vollständig neu gestaltete Gottesdienstraum erzeugt durch seine Geschlossenheit und Weite eine spannungsvolle sakrale Atmosphäre. Neue Öffnungen in Wänden und Decken bewirken eine gezielte Lichtführung. Der rund geformte Altar sowie die Bodenbeläge sind aus grünlichem, portugiesischem Naturstein, die neben den Einbauten aus Nussbaumholz dem puristisch gehaltenen Innenraum Wärme geben. Eine an der Wand angebrachte Kunstinstallation besteht aus Glasschalen unterschiedlicher Größe und Farbe, angeordnet nach dem Sternbild ‚Kreuz des Südens‘. Die energetische Sanierung erfolgte über eine Erdwärmerückgewinnung, kombiniert mit Gasbrennwert. Ergänzend wurden auch die Außenanlagen neu gestaltet.“ Die Kunstinstallation stammt von Verena Frank (Stuttgart), als Landschaftsarchitekten waren Jedamzik und Partner (Stuttgart) beauftragt.

Etliche Male schon haben Gebäude, deren Bauherr die Neuapostolische Kirche Süddeutschland ist, eine solche Prämierung erhalten. Die Auszeichnung für die Kirche in Freiburg begründet die Jury wie folgt: „Der neue Vorbau verspricht in seiner Gradlinigkeit des Zugangs ins Innere eine spannungsvolle Atmosphäre. Über Foyer und eine flache rampenartige Treppe erschließt sich unerwartet ein heller Kircheninnenraum. Zu der indirekten Lichtführung passt bestens die zarte künstlerische Wandgestaltung. So hat die Gesamtsanierung auch einen ästhetischen Mehrwert durch Klarheit und Ruhe des Sakralraumes erbracht.“

Die Auszeichnungsverfahren „Beispielhaftes Bauen“ werden von der Architektenkammer Baden-Württemberg veranstaltet. Eine unabhängige Jury – aus Architekten und auch Architekturlaien – beurteilt die preiswürdigen Bauten nach Kriterien wie Gestaltung, Funktionalität, Technik und Konstruktion, Angemessenheit der Mittel sowie Einfügung in die Umgebung. „Ein gut gebautes Haus ist besser als ein (nur) schön gebautes Haus.“ Dieses Zitat von J.J.P. Oud ist als Motto der Publikation „Beispielhaftes Bauen. Freiburg 2006-2014“ vorangestellt, in der die prämierten Bauten mit Angaben zu Objekt, Bauherr und Architekt, Begründung der Jury und Kurzbeschreibung vorgestellt werden.

Die Jury tagte im Oktober 2014; nach mehreren Auswahlrunden kamen 36 Bauten in die engere Wahl für eine Ortsbesichtigung. In den Schlussberatungen nach der Rundfahrt durch den Stadtkreis vergab die Jury 21 Auszeichnungen für „beispielhafte Bauten“.

Die Auszeichnung für die Kirche in Freiburg nahmen die Architekten Björn Seldte und Jürgen Häußer von der Abteilung Bau/Unterhalt der Gebietskirche Süddeutschland in Empfang; Architekt Häußer als Vertreter des Bauherrn und zugleich stellvertretend für den zwischenzeitlich verstorbenen Architekten Wolfgang Plautz, der zusammen mit Architekt Seldte die Bauleitung innegehabt hatte. Auch der Vorsteher der Kirchengemeinde Freiburg, Hirte Oliver Fricker, war dabei.