Eine große Gemeinde hatte sich am Sonntagvormittag, 19. November 2017, in den rund 390 Kirchen in Süddeutschland zum Gottesdienst versammelt, die für den Satelliten-Empfang („SAT-Kirchen“) ausgerüstet sind. Stammapostel Jean-Luc Schneider, höchster Geistlicher in der Neuapostolischen Kirche, führte den Gottesdienst an jenem Sonntag, dem sogenannten Volkstrauertag, in der Kirche in Backnang durch. Vor Ort dabei waren einige Gemeinden des gleichnamigen Kirchenbezirks.

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    Übertragungswagen vor der Kirche in Backnang

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    musikalische Begrüßung der Festgäste ...

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    ... durch den Kinderchor

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    Willkommen

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    Gottesdienstteilnehmer im Foyer der Kirche

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    in der Sakristei – der Bezirksapostel und der Stammapostel (rechts)

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    schon vor dem Gottesdienst Chorgesang ...

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    ... und Instrumentalmusik

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    Instrumentalmusik vor dem Gottesdienst

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    Gemeinde vor dem Gottesdienst

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    vor der Predigt

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    musikalische Gottesdienst-Mitgestaltung durch den Chor ...

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    ... einschließlich der Mädchen und Jungen des Kinderchors

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    Wortverkündigung außer durch den Stammapostel ...

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    ... durch Apostel Prause

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    ... Apostel Deubel

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    ... Apostel Klene

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    ... und Apostel Cone (neben ihm die Übersetzerin)

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    Wiedersehen!

Eine Übertragung des Gottesdienstes in Bild und Ton erfolgte von Backnang aus nicht nur in die süddeutschen „SAT-Kirchen“, sondern auch Gemeinden in Bosnien-Herzegowina, Israel, Kroatien, Mazedonien, Serbien und in der Ukraine sowie in der Region am Persischen Golf, die alle zu den von Süddeutschland betreuten Ländern gehören, erlebten so den Gottesdienst mit.

Seiner Predigt legte der Stammapostel das Bibelwort aus 1. Johannes 3, Vers 2 zugrunde: „Meine Lieben, wir sind schon Gottes Kinder; es ist aber noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden. Wir wissen aber: wenn es offenbar wird, werden wir ihm gleich sein; denn wir werden ihn sehen, wie er ist.“

Außer Bezirksapostel Michael Ehrich, dem Gastgeber, begleiteten den Stammapostel die süddeutschen Apostel einschließlich des Apostels Anatolij Budnyk aus der Ukraine. Als Gäste aus anderen Gebietskirchen waren die Apostel Vassile Cone aus Rumänien, Thomas Deubel aus der Schweiz und Peter Klene aus den Niederlanden dabei. Apostel Dieter Prause und die drei „Gastapostel“ wurden zu einem Predigtbeitrag gerufen.

Orgelspiel und ein großer gemischter Chor, den Sängerinnen und Sänger aus den Chören der nach Backnang eingeladenen Gemeinden bildeten, gestaltete den Gottesdienst musikalisch mit. In den Chor reihten sich auch Mädchen und Jungen des Bezirkskinderchors für einige Liedvorträge ein, teils mit Klavierbegleitung. Schon vor Gottesdienstbeginn stimmten Chor, ein Instrumentalensemble und Orgel die vielen Gottesdiensteilnehmer – allein in der vollbesetzten Kirche in Backnang waren das rund 800 Glaubensgeschwister – auf das Erleben ein.

Einen besonderen Akzent hatte der Gottesdienst dadurch, dass Apostel Dieter Prause, Leiter der Apostelbereiche Heilbronn und Nürnberg, altershalber in den Ruhestand trat. Als Nachfolger des Apostels Prause wurde der bisherige Bischof Manfred Schönenborn zum Apostel ordiniert.

In Jesu Wesen wachsen

Im Gottesdienst ging es darum, in Christi Gesinnung zu wachsen und das eigene Wesen immer mehr am Wesen Jesu auszubilden und so bereit zu sein, wenn Christus wiederkommt und der Abschnitt der Heilsgeschichte endet, der auf die Vorbereitung zur Wiederkunft Jesu Christi zielt (danach folgt Heilswirken im Friedensreich Christi, wo alle Menschen aller Zeiten das Evangelium erfahren). Das Streben nach der Vereinigung mit Jesus Christus bei seiner Wiederkunft und der bleibenden Gemeinschaft mit ihm muss sich auf das Verhalten der Gläubigen im täglichen Leben auswirken: In der Predigt des Stammapostels wurde deutlich, dass es gilt, nach dem Vorbild Jesu zu handeln. Dazu gehört, so der Stammapostel, Gott zu vertrauen, Gottes Willen zu tun und alles abzulegen, was von Gott trennt.

In diesem Zusammenhang führte er aus, wahrhaftiges, bedingungsloses Vertrauen in Gott und das Wort Gottes zu haben („Das ist viel mehr als nur hoffen: Gott macht das schon gut; er wird schon geben, was wir brauchen!“) und danach zu handeln, sei Ausdruck der Liebe zu Gott. Dies – wie auch die Bereitschaft, für und mit Jesus Christus zu leiden und mit dem anderen Mitleid zu haben – nannte der Stammapostel als Merkmale und Aufgabe der im Bibelwort erwähnten Gotteskinder.

Gotteskindschaft als Gabe und Aufgabe

Auf die unterschiedlichen Aspekte des Begriffs „Gotteskind“ ging der Stammapostel näher ein und erklärte zunächst, dass jeder Mensch „Kind Gottes“ ist, denn Gott ist sein Schöpfer. Insofern kann auch jeder Mensch Gott als „Vater“ ansprechen. Um das besondere Verhältnis zwischen Gott und den Menschen zu beschreiben, habe – so der Stammapostel weiter – Jesus erklärt, Gott sei ihnen wie ein fürsorgender Vater ganz nahe.

In einem engeren Sinn beschreibt der Begriff dann die, die getauft und in den Leib Christi eingefügt sind. So ist Christen das Vaterunser gegeben, und sie wenden sich in diesem Gebet vertrauensvoll an Gott, den Vater. Darüber hinaus ist – so steht es im neuapostolischen „Katechismus in Fragen und Antworten“ (Erläuterung zu Frage 530) – „mit ‚Gotteskindschaft‘ jene Situation vor Gott gemeint, die durch den Empfang aller Sakramente, durch den Glauben und die Ausrichtung des Lebens auf die Wiederkunft Christi gekennzeichnet ist. Erlangt wird die Gotteskindschaft durch die Wiedergeburt aus Wasser und Geist. Den Wiedergeborenen ist als ‚Kindern Gottes‘ verheißen, Erben des Allerhöchsten zu werden.“

In der Predigt im Gottesdienst in Backnang bezog sich der Stammapostel auf diesen letzten Begriffsaspekt, als er deutlich machte, dass Gotteskindschaft nicht etwa ein „Status“ ist, sondern „eine Aufforderung“ bedeutet: „Vertrau Gottes Wort und handle danach!“

Gedenken gerade auch am „Volkstrauertag“

Da am 19. November in Deutschland der „Volkstrauertag“ begangen und an die Toten aus den beiden Weltkriegen erinnert wurde, sprach der Bezirksapostel – als im Rahmen der Abendmahlsfeier an die Verstorbenen gedacht wurde – von den Millionen Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und Glaubensrichtungen, die in den Weltkriegen das Leben verloren haben: „Alle sind Gotteskinder … weil alle Menschen von Gott gewollt, geschaffen und geliebt sind.“ Er zitierte das Bibelwort, das vom Willen Gottes handelt, dass allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen, und forderte die große Gemeinde auf: „Wir wollen … unsere Aufgabe in der Gotteskindschaft erkennen und mitfühlend und liebend uns denen zuzuwenden, die Gottes Hilfe brauchen. Im Gebet können wir das tun.“

Was sagt der Katechismus dazu?


Was im 2015 erschienenen „Katechismus der Neuapostolischen Kirche in Fragen und Antworten“ zu dem steht, was im Gottesdienst in Backnang anklang, zitieren wir nachstehend:

66. In welchem Verhältnis stehen Vater, Sohn und Heiliger Geist zueinander?

Vater, Sohn und Heiliger Geist sind Namen für die drei göttlichen Personen. Obwohl sie voneinander zu unterscheiden sind, sind sie dennoch der eine Gott.

In der christlichen Tradition wird den drei göttlichen Personen jeweils ein Schwerpunkt zugeordnet:

Gott, der Vater, ist der Schöpfer des Himmels und der Erde.

Gott, der Sohn, ist der Erlöser, der Mensch wurde und sein Leben als Opfer zur Erlösung   der Menschheit brachte.

Gott, der Heilige Geist, ist der Neuschöpfer: Er sorgt dafür, dass das Heil Gottes den Menschen zugänglich gemacht wird und dass die neue Kreatur zur Vollendung gelangt.


67. Was bedeutet der Begriff „Vater“, wenn er im Zusammenhang mit Gott verwendet wird?

Wird der Begriff „Vater“ im Zusammenhang mit Gott verwendet, verbinden sich damit die Gesichtspunkte des Erschaffens, der Autorität und der Fürsorge. Gott ist Schöpfer und Bewahrer des von ihm Geschaffenen. Insofern darf jeder Mensch Gott, der sein Schöpfer ist, als „Vater“ ansprechen.

243. Was ist mit „Heilsgeschichte“ gemeint?

In der Heiligen Schrift wird der Begriff „Heil“ im Sinn von „Rettung“, „Bewahrung“ und „Erlösung“ verwendet. Unter „Heilsgeschichte“ versteht man das Handeln Gottes, der Menschen Heil zukommen lässt.

244. Was ist mit „Heilsplan“ gemeint?

Die Geschehnisse vom Sündenfall bis zur neuen Schöpfung werden als „Heilsplan“ Gottes bezeichnet. Wir Menschen kennen zwar den Heilsplan Gottes nicht in ganzer Fülle; aber wir können aus dem Ablauf der Heilsgeschichte die Absicht Gottes erkennen, wie er den Menschen helfen will.

245. Wie vollzieht sich die Heilsgeschichte?

Art und Maß des Heils sind in den einzelnen Abschnitten der Heilsgeschichte unterschiedlich. Über allem steht Gottes Errettungswille, der allen Menschen aller Zeiten gilt.

246. Worauf richtete sich die Hoffnung auf Heil in alttestamentlicher Zeit?

Die Hoffnung auf Heil richtete sich in alttestamentlicher Zeit zunächst auf Rettung aus irdischer Not und Gefangenschaft. Nach und nach bezog sich die Heilshoffnung Israels jedoch immer deutlicher auf den erwarteten Messias.

247. Worauf gründet das Heil?

Jesus Christus ist Urheber des ewigen Heils: „Und als er vollendet war, ist er für alle, die ihm gehorsam sind, der Urheber des ewigen Heils geworden“ (Hebräer 5,9). Er ist der einzige Mittler zwischen Gott und Mensch (vgl. 1. Timotheus 2,5). In Apostelgeschichte 4,12 wird bezeugt: „In keinem andern [als Jesus Christus] ist das Heil, auch ist kein andrer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch den wir sollen selig werden.“

Jesus Christus ist der von Gott gesandte Heiland, der Erlöser, der die Sünde besiegt hat. In ihm findet der Mensch Heil für den Schaden, den die Sünde anrichtet: Das Opfer, das Jesus am Kreuz gebracht hat, ermöglicht die Befreiung von Sünde und die Aufhebung der Trennung von Gott.

248. Wer kann das Heil erlangen?

Das Heil wird durch Jesus Christus allen Menschen angeboten, sowohl Lebenden als auch Toten.

249. In welchem Abschnitt des göttlichen Heilsplans leben wir?

Wir leben heute in dem Abschnitt des göttlichen Heilsplans, in dem die Brautgemeinde gesammelt und auf die Wiederkunft Christi vorbereitet wird. Hierzu vermitteln die Apostel Heil durch die Verkündigung des Wortes Gottes und die Spendung der Sakramente.

250. Wie kann heute das Heil erlangt werden?

Niemand kann aus sich heraus das Heil erlangen. Das Heil erlangt der Mensch, indem er an Jesus Christus glaubt und an sich das geschehen lässt, was Jesus Christus zum Heil der Menschen gegeben hat: die Sakramente und Gottes Wort.

251. Welches Heil erfährt die Brautgemeinde bei der Wiederkunft Christi?

Die Brautgemeinde wird bereits bei der Wiederkunft Christi durch die Hochzeit im Himmel in die ewige Gemeinschaft mit Gott gelangen.

252. Wann ist der Heilsplan Gottes erfüllt?

Nach der Heiligen Schrift ist der Heilsplan Gottes mit der neuen Schöpfung erfüllt.


Den „Katechismus in Fragen und Antworten“ veröffentlichen wir nach und nach in thematischen Blöcken unter „Katechismus“ in der Rubrik „Woran wir glauben“.