Dies war Thema des Jugendtags, den die Jugendlichen aus dem Apostelbereich Heilbronn/Nürnberg am Sonntag, 10. Juni 2018, in Crailsheim erlebten.

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    Jugendliche bilden das Wort "HIER" aus dem Motto zum IJT 2019

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    Blick in die jugendliche Gemeinde

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    Apostel Manfred Schönenborn

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    Das Motto für den IJT war beim Jugendtag überall präsent

Apostel Manfred Schönenborn, der den Apostelbereich Heilbronn/Nürnberg leitet, hatte dazu die jungen Christen aus den acht Kirchenbezirken des Apostelbereichs sowie ihre Seelsorger und die Jugendbetreuer(innen) in die Hirtenwiesenhalle in Crailsheim eingeladen.

Das Jugendtags-Thema bezog sich auf den ersten Internationalen Jugendtag (IJT), der vom 30. Mai bis 2. Juni 2019 in Düsseldorf stattfinden wird, und der Einstimmung darauf diente auch dieser regionale Jugendtag. So wurde vor Gottesdienstbeginn ein Video präsentiert, der Gedanken von Jugendlichen über den Glauben und zum IJT 2019 enthielt. „Hier bin ich“, ist das Motto des IJT 2019, und der Video klang aus mit der Frage „Bist du dabei?“ Dass sich später viele Jugendliche so aufstellten, dass das Wort „Hier“ entstand, bildete eine schöne Antwort.

Ohne Glaube, Liebe und Hoffnung geht es nicht

Zentralpunkt am Jugendtag 2018 in Crailsheim war der Gottesdienst, für den der Apostel ein Bibelwort aus dem Neuen Testament – das bekannte Wort aus 1. Korinther 13,13 – gewählt hatte: „Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.“

Ohne Glauben, ohne die Liebe zu Gott und zum Nächsten, ohne Hoffnung – auf Christi Wiederkunft – gehe es nicht, erläuterte der Apostel. Der Glaube drücke sich im Vertrauen gegenüber Gott aus, auch dann, wenn man Gottes Wege und Handeln nicht verstehe. Beim Glauben an den dreieinigen Gott sei es auch wichtig, in die Tiefe zu gehen und umfänglich zu sein und sich nicht aus dem Evangelium Christi bzw. der Heiligen Schrift das „herauszupicken“, was den persönlichen Vorstellungen entspreche. Dabei sprach der Apostel auch die zwei Naturen der Kirche Christi an, die Vollkommenheit der unsichtbaren Kirche und die Unvollkommenheit der sichtbaren Kirche – denn in letzterer agieren Menschen, die unvollkommen sind und Fehler machen.

Die Liebe zu Gott komme aus der erlebten Liebe Gottes und habe zum Ziel, in die bleibende Gemeinschaft mit Gott zu gelangen, so der Apostel. Dieses Ziel sei dem Nächsten ebenso offen, und daher gelte es sich anzustrengen, dass mögliche Vorbehalte gegen ihn abgebaut würden und die Liebe zu ihm zunehme. Die Liebe zu Gott und zum Nächsten möge das Verhalten bestimmen und das Wesen formen, wünschte er.

Zu einem Predigtbeitrag wurden Bischof Martin Rheinberger und vier weitere Geistliche gerufen, die ein priesterliches Amt tragen.

Weiteres zum Jugendtag in Crailsheim und zum Nachmittagsprogramm wird auf der Jugendtagswebseite publiziert.

Was sagt der Katechismus dazu?

Einiges von dem, was in dem 2015 erschienenen „Katechismus der Neuapostolischen Kirche in Fragen und Antworten“ zum Glauben sowie zur unsichtbaren und sichtbaren Natur der Kirche ausgeführt wird, zitieren wir nachstehend:

239. Was ist Glaube?

Glaube umfasst Gott gegenüber Vertrauen, Gehorsam und Treue. Daraus gewinnt der Mensch Zuversicht auf Gottes Barmherzigkeit und Hilfe. In Hebräer 11,1 heißt es dazu: „Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.“

240. Wie kommt der Mensch zum Glauben?

Am Anfang des Glaubens steht immer Gott, der sich durch Wort und Werk offenbart. Der Glaube ist ein Geschenk Gottes. Wahrer Glaube beruht auf Gottes erwählender Gnade.

Zugleich ist Glaube eine Aufgabe für den Menschen. Ob und inwieweit der Mensch zum Glauben gelangt, hängt nämlich auch von seiner eigenen Beteiligung ab: Der Mensch muss glauben wollen. Deshalb ist das Gebet um Glauben notwendig.

241. Worin besteht die Aufgabe des Glaubenden?

Der Mensch ist aufgefordert, Gottes Wort anzunehmen, darauf zu vertrauen und demgemäß zu handeln. Jesus Christus forderte: „Glaubt an Gott und glaubt an mich!“ (Johannes 14,1). Er verheißt, dass „alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben“ (Johannes 3,16). Die Folge des Unglaubens stellte er in aller Konsequenz heraus: „Wenn ihr nicht glaubt, dass ich es bin, werdet ihr sterben in euren Sünden“ (Johannes 8,24).

242. Wozu hilft der Glaube?

Der Glaube an Jesus Christus ist Voraussetzung für Heil:

  • dass Gott sich mit dem Sünder versöhnt,
  • dass der Mensch Gottes Kind werden kann (vgl. Johannes 1,12)
  • dass der Mensch in die ewige Gemeinschaft mit Gott gelangen kann.

376. Welche Entsprechung gibt es zwischen der Kirche und der Person Jesu Christi?

Jesus Christus hat zwei Naturen. Diese spiegeln sich auch in der Kirche wieder.

Wenn man von den zwei Naturen Jesu spricht, meint das, dass Jesus Christus zugleich wahrer Gott und wahrer Mensch ist. Dies lässt sich an Beispielen aus seinem Leben zeigen: Als er den verstorbenen Lazarus ins Leben zurückrief, tat er dies als wahrer Gott (Johannes 11,43-47). Als wahrer Mensch litt er zum Beispiel Hunger und Durst, wie andere Menschen auch (Johannes 4,7).

Die göttliche Natur Jesu war unsichtbar, seine menschliche Natur war sichtbar.

So ist es auch mit der Kirche: Sie hat eine unsichtbare Seite und eine sichtbare Seite. Beide Seiten gehören, wie die zwei Naturen Jesu Christi, unauflöslich zusammen.

377. Wie erlebt man die unsichtbare Seite der Kirche Jesu Christi?

Die unsichtbare Seite der Kirche erlebt man unter anderem in den Heilswirkungen. Diese sind für den Menschen unsichtbar und können nur im Glauben erfasst werden.

Beispiele für Heilswirkungen sind:

  • wenn Gott die Sünden vergibt,
  • wenn durch die Taufe die Erbsünde abgewaschen wird,
  • wenn Gott die Gabe des Heiligen Geistes schenkt,
  • wenn im Heiligen Abendmahl Leib und Blut Christi gegeben werden,
  • wenn Entschlafenen die Sakramente gespendet werden,
  • wenn Segenshandlungen (Konfirmationen, Ordinationen usw.) vorgenommen werden,
  • wenn Gott in der Predigt durch menschliche Worte wirkt,
  • wenn der Segen auf die Gemeinde gelegt wird.

378. Wie erlebt man die sichtbare Seite der Kirche Jesu Christi?

Die sichtbare Seite der Kirche erlebt man unter anderem dann, wenn Menschen in der Kirche handeln. Dies ist wahrnehmbar – zum Beispiel,

  • wenn Menschen sich zu Jesus Christus bekennen,
  • wenn Gottesdienst gefeiert wird,
  • wenn Wasser für die Taufe geweiht und die Taufhandlung durchgeführt wird,
  • wenn die Amtsträger Brot und Wein für das Heilige Abendmahl aussondern und Heiliges Abendmahl spenden,
  • wenn die Apostel die Hände auflegen und die Heilige Versiegelung durchführen,
  • wenn gepredigt wird,
  • wenn gebetet wird,
  • wenn Nächstenliebe geübt wird.

379. Ist die unsichtbare Seite der Kirche Jesu Christi vollkommen?

Ja; die unsichtbare Seite der Kirche Jesu Christi ist vollkommen. So entspricht sie der göttlichen Natur Jesu Christi. Die Größe, das Ausmaß und die Vollkommenheit der Kirche Jesu Christi sind für uns Menschen nicht vorstellbar und selbst dem Glaubenden nicht ganz erfassbar.

380. Ist die sichtbare Seite der Kirche Jesu Christi vollkommen?

Nein; die sichtbare Seite der Kirche Jesu Christi ist nicht vollkommen. Denn nicht immer zeigten die in ihr Handelnden die Liebe, Barmherzigkeit, Wahrhaftigkeit und Güte Jesu.

In der Kirche handeln sündige Menschen, die Fehler machen. Von daher finden sich in der Kirche auch Irrtümer, Irrwege und Entgleisungen wieder, die der Menschheit zu eigen sind.

An dieser Stelle unterscheidet sich die sichtbare Seite der Kirche grundlegend von der menschlichen Natur Jesu. Im Gegensatz zu der sichtbaren Seite der Kirche, die Mängel hat, war Jesus Christus auch in seiner menschlichen Natur vollkommen und sündlos.


Den „Katechismus in Fragen und Antworten“ veröffentlichen wir nach und nach in thematischen Blöcken unter „Katechismus“ in der Rubrik „Woran wir glauben“.