Apostel Hans-Peter Schneider, Leiter des Apostelbereichs Heilbronn der Gebietskirche Süddeutschland, ist wegen Erreichens der Altersgrenze nach langem, sehr segensreichem Wirken in den Ruhestand getreten. Die Ruhesetzung des Apostels erfolgte im Gottesdienst am 14. August 2016 in Heilbronn.

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    Apostel Schneider am Altar in der "Harmonie" in Heilbronn

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    Ansprache vor der Ruhesetzung

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    Ansprache vor der Ruhesetzung

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    Ansprache vor der Ruhesetzung

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„Ein Eiferer für Gott“

Stammapostel Jean-Luc Schneider, der den Gottesdienst in der Konzert- und Kongresshalle „Harmonie“ durchführte (wir berichteten), bezeichnete den 66-jährigen Apostel als „Eiferer für Gott“. 18 Jahre lang hat Apostel Hans-Peter Schneider das Apostelamt aktiv ausgeübt und dabei Großartiges geleistet, wie der Stammapostel betonte.

Man könne gar nicht alles zusammenfassen und anführen, was für eine gewaltige Arbeit der Apostel gemacht habe, sagte der Stammapostel in der Ansprache vor der Ruhesetzung. Auch er selbst habe den Apostel immer als Eiferer für die Sache des Herrn erlebt: „Das hat man schon bei deiner Wortverkündigung gemerkt – das war etwas ganz Besonderes!“ Es sei immer wahrnehmbar gewesen: „Es lebt in ihm, was er sagt! Er ist davon nicht nur überzeugt – es erfüllt sein Herz.“ Deshalb habe die Predigt des Apostels die Glaubenden geprägt, „weil alles so voll Energie, voll Überzeugung, voll Glaubenskraft war; das ist tief in die Seele gegangen.“

Der Stammapostel kennzeichnete den Apostel in der Würdigung seiner großen Arbeit auch als „eifrig in der Seelsorge“ und widmete dem Apostel das Bibelwort 2. Korinther 11,2: „Wenn ich an dich denke, denke ich an das Wort von Paulus: ‚Ich eifere um euch mit göttlichem Eifer; denn ich habe euch verlobt mit einem einzigen Mann, damit ich Christus eine reine Jungfrau zuführe‘. Das war dein Motto in deiner Seelsorgearbeit, und damit ist alles gesagt! Du wolltest immer, dass die Seelen zu Jesus Christus kommen.“ Den Auftrag als Apostel, die Glaubenden auf Christi Wiederkommen vorzubereiten – im Bild der Bibel gesprochen, Jesus Christus die „reine Jungfrau“, die „Braut“ zuzuführen –, habe er mit Gottes Hilfe in wunderbarer Weise erfüllt.

Apostel Schneider sei überdies ein eifriger Arbeiter in internationalen und süddeutschen Arbeitsgruppen gewesen; dabei nannte der Stammapostel beispielhaft das Mitwirken des Apostels an der Erarbeitung des Katechismus. So manches habe der Apostel auch im Hintergrund gearbeitet, vieles habe man gar nicht gewusst. Etwas davon wird er auch im Ruhestand ehrenamtlich für die Kirche erfüllen.

Dies klang auch an, als der Stammapostel bei der Entlastung des Apostels von seinen Amtsaufgaben und der damit einhergehenden Verantwortung unterstrich: „Du bist und bleibst unser Apostel! Wir brauchen dich weiterhin. Wir brauchen weiterhin deine Gebetskraft; wir brauchen weiterhin dein Vorbild, deine Persönlichkeit.“

„Was du tust, das tue von Herzen“

In der Rückschau auf das markante Dienen des Apostels Schneider stellen die Gemeinden dankbar fest, dass er erfüllt hat, was er in seinem Lebenslauf erwähnte: „Was du tust, das tue von Herzen; was du gibst, das gebe ganz“ – danach strebte er in den 39 Jahren seiner kirchlichen Amtstätigkeit, und es war ihm „eine heilige Verpflichtung“, in unverbrüchlicher Treue die Segensarbeit seiner Vorgänger fortzusetzen.

In sein erstes geistliches Amt in der Neuapostolischen Kirche war der gebürtige Pforzheimer im Alter von 27 Jahren gerufen worden, im Oktober 1977. In kurzer Abfolge wurde er dann in weitere geistliche Ämter ordiniert: 1980 empfing er das Diakonen- und im Jahr darauf das Priesteramt. Im Dezember 1981 wurde er als Vorsteher der Kirchengemeinde Heilbronn-Frankenbach beauftragt und wenige Monate später zum Gemeindeevangelisten ordiniert. „In jenen Jahren erlebte ich besondere Freude bei der Seelenpflege der Kinder und als Jugendleiter im Kreis der Heranwachsenden“, sagte er rückblickend.

Im Jahresabschlussgottesdienst am 31. Dezember 1985 empfing Hans-Peter Schneider das Bezirksevangelisten-Amt, er war ab dieser Zeit auf Kirchenbezirks-Ebene tätig. Am 14. Juni 1987 wurde er zum Bezirksältesten ordiniert und als Vorsteher des damaligen Kirchenbezirks Heilbronn-Böckingen beauftragt.

Durch Stammapostel Richard Fehr wurde ihm am 17. Juni 1990 das Bischofsamt übertragen, und er trat in den hauptamtlichen Kirchendienst ein. Unermüdlich, mit Freude am Herrn, großem Engagement und Herzenshingabe diente Bischof Schneider an der Seite des Apostels Emil Fischer, bis dieser am 29. November 1998 in einem feierlichen Gottesdienst in der Kongresshalle „Harmonie“ in Heilbronn in den Ruhestand trat und der Bischof als sein Nachfolger das hohe Amt eines Apostels Jesu empfing.

In dem ihm anvertrauten Apostelbereich Heilbronn initiierte Apostel Schneider besondere Veranstaltungen der Seelsorge, die ihm sehr am Herzen lag. Beispielsweise rief er zur Unterstützung und Begleitung der ehrenamtlich als Gemeindevorsteher beauftragten Geistlichen den „Vorstehertag“ ins Leben, an dem diese Amtsträger miteinander in besonderer Weise geistliche Stärkung erlebten und die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch für Aufgaben in der Gemeindeleitung hatten. Auch das Pilotprojekt für die „Lehrkräftetage“, ein Angebot für die kirchlichen Lehrkräfte ähnlich den „Pädagogischen Tagen“ an Schulen, wurde 2001 im Apostelbereich Heilbronn erstmals erfolgreich durchgeführt und machte von da an in den süddeutschen Apostelbereichen Schule.

Außer Arbeitsbereich Heilbronn: Verantwortung für Gemeinden in Guinea und der Ukraine

Die Kirchenbezirke Backnang, Eberbach, Heilbronn, Künzelsau und Schwäbisch Hall bildeten bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand den Arbeitsbereich des Apostels Schneider hierzulande.

Jahrelang war er außerdem – bis zu einer Umstrukturierung der von der Neuapostolischen Kirche Süddeutschland aus betreuten Länder – in Westafrika sowie in der Ukraine verantwortlich tätig. In Westafrika wirkte Apostel Schneider in den Ländern Elfenbeinküste, Liberia und Sierra Leone, vor allem aber in Guinea.

In der Ukraine war er für die Gemeinden und Kirchenbezirke im Norden und im Osten dieses großen Landes zuständig.

Später war ihm in Russland das Gebiet östlich von Moskau bis in die Republik Tatarstan anvertraut.

Stabsübergabe an Apostel Prause

Mit herzlichen Dankesworten für die segensreiche Seelsorgetätigkeit und das gesamte große Wirken verabschiedete der Stammapostel Apostel Schneider in den wohlverdienten Ruhestand. Dann übertrug er Apostel Dieter Prause, dem Leiter des benachbarten Arbeitsbereichs Nürnberg, die Verantwortung und die Aufgabe, auch den Arbeitsbereich des Apostels Schneider zu übernehmen.

Er legte Apostel Prause alle Glaubensgeschwister ans Herz („Ich weiß, du liebst sie schon!“) und wünschte ihm für die zusätzliche Aufgabe Gottes Beistand, damit alles „eine Quelle der Freude“ für den Apostel und die Gemeindemitglieder sei.