In der zweiten Juli-Woche 2018 fand eine zweitägige Apostel-Bischofs-Versammlung der Gebietskirche Süddeutschland statt.

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    Apostel-Bischof-Versammlung in Waldenburg

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    Ruheständler, wie Apostel Dieter Prause, sind nochmal an der ABV dabei.

Zu der Apostel-Bischofs-Versammlung (ABV) hatte Bezirksapostel Michael Ehrich die sieben Apostel und die sechs Bischöfe der Gebietskirche Süddeutschland ins hohenlohische Waldenburg eingeladen.

Regelmäßige Beratungen

Die Apostel und Bischöfe kommen regelmäßig in ABV unter Vorsitz des Bezirksapostels zusammen, um Kirchenangelegenheiten zu beraten, die für die Gebietskirche von Bedeutung sind. In der ABV im Juli standen Seelsorge-Themen und auch administrative Angelegenheiten auf der Tagesordnung.

Ein Fokus lag auf diversen Richtlinien, insbesondere auf dem Datenschutz: Für die Gebietskirche Süddeutschland war es aufgrund der europäischen Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO) notwendig geworden, eine neue Datenschutzrichtlinie zu erlassen (wir berichteten) und bestehende Vorgänge im kirchlichen Kontext zu prüfen, die datenschutzrechtlich entsprechend sensibel sind. Im Zuge der juristischen Beratung, die dazu erfolgte, werden nun Handlungsanweisungen und weitere Informationen erarbeitet, die den ehrenamtlichen Amtsträgern und sogenannten Funktionsträgern Sicherheit in der Ausübung ihrer Tätigkeit geben sollen. Auch das Leitfadenpaket „Sicherheit in den Gemeinden“ wurde thematisiert.

IJT 2019

Apostel Hans-Jürgen Bauer gab als Mitglied der IJT-Planungsgruppe einen umfassenden Einblick in die Organisation und den Stand der Vorbereitungen für den Internationalen Jugendtag (IJT) 2019.

Eingeladen zum IJT, der vom 30. Mai bis 2. Juni 2019 in Düsseldorf stattfinden wird, sind alle Jugendlichen und jungen Erwachsene im Alter von 14 bis 35 Jahren, zudem die Jugendbetreuer/-innen, Gemeindevorsteher und Bezirksvorsteher jeweils mit Partner/-in.

Gottesdienst-Übertragungen

Gottesdienste nehmen im Gemeindeleben den zentralen Platz ein, für die Glaubenden ist der regelmäßige Gottesdienstbesuch wichtig. Auch Übertragungen von Gottesdiensten mit überörtlicher Bedeutung sind in der Neuapostolischen Kirche seit Jahrzehnten üblich. So werden in Süddeutschland i.d.R. zwei- bis dreimal jährlich Gottesdienste, die der Stammapostel oder der Bezirksapostel durchführt, via Satellit in Bild und Ton in hierfür ausgerüstete Kirchengebäude („SAT-Kirchen“) übertragen. Dabei empfangen die Gemeinden jeweils in ihrer „SAT-Kirche“ das Heilige Abendmahl.

Ein Thema in der Juli-ABV bildete die Gottesdienstübertragung für Glaubensgeschwister, die aufgrund einer längeren Erkrankung nicht am Gottesdienst in ihrer Gemeinde teilnehmen können. Damit sie die Gottesdienste mit Evangeliumsverkündigung, Gebeten, Sündenvergebung und den liturgischen Vollzügen mitfeiern können, gibt es in der Gebietskirche Süddeutschland für sie das Angebot einer Telefonübertragung; die Kosten trägt die Kirche. Das Heilige Abendmahl mit diesen Glaubensgeschwistern feiert dann ein Seelsorger bei ihnen zu Hause.

Was sagt der Katechismus dazu?

Von dem, was in dem 2015 erschienenen „Katechismus der Neuapostolischen Kirche in Fragen und Antworten“ zum Gottesdienst ausgeführt wird, zitieren wir nachstehend:

613. Was ist ein Gottesdienst?

Gottesdienst ist Wirken Gottes am Menschen. Zugleich ist er Werk des Menschen für Gott.

Zum Gottesdienst kommen Menschen zusammen, um miteinander Gott anzubeten, ihn zu loben und ihm zu danken. Ebenso versammeln sie sich, um Gottes Wort zu hören und um die Sakramente zu empfangen.

So ist ein Gottesdienst eine Begegnung von Gott und Mensch. Im Gottesdienst nimmt die Gemeinde die Gegenwart des dreieinigen Gottes wahr und erlebt, dass Gott ihr in Liebe dient.

614. Wie war der Gottesdienst in alttestamentlicher Zeit?

In alttestamentlicher Zeit bestand der Gottesdienst hauptsächlich aus dem Opferdienst, bei dem die Priester Gott Gaben darbrachten. Sie hatten zudem den Auftrag, dem Volk den Segen Gottes zu übermitteln (vgl. 4. Mose 6,22-27).

Aus der Zeit des Königs David wird berichtet, dass im Gottesdienst Sänger und Musiker mitwirkten und Gott mit Psalmen priesen (vgl. 1. Chronik 25,6).

In der Zeit der Babylonischen Gefangenschaft – 597 v. Chr. bis 539 v. Chr. – versammelten sich gläubige Juden in dazu erbauten Häusern (Synagogen), um miteinander zu beten, die heiligen Schriften zu lesen und auszulegen. Hier liegt ein Ursprung der späteren christlichen Form des Gottesdienstes.

615. Welche Elemente enthielt der Gottesdienst in den ersten christlichen Gemeinden?

Wie der Gottesdienst in den ersten christlichen Gemeinden genau ablief, ist nicht überliefert. Es gab in ihm die Verkündigung des Evangeliums, Bekenntnisse der Gemeinde, gemeinsame Gebete, Gesänge und Abendmahlsfeiern.

616. Wie entwickelte sich der christliche Gottesdienst weiter?

Der christliche Gottesdienst hatte über Jahrhunderte einen liturgischen Charakter. Das heißt, der Gottesdienst war überwiegend bestimmt durch Rituale, nämlich festgelegte Worte und Gesänge.

Dies änderte sich nach der Reformation in vielen Kirchengemeinschaften. Bei ihnen stand nun die Predigt im Mittelpunkt. An diese Tradition knüpft auch der neuapostolische Gottesdienst mit der Predigt in freier Rede an.

617. Ist Gott im Gottesdienst gegenwärtig?

Ja, zu Gottesdienstbeginn wird Gott mit den Worten „In dem Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes“ angerufen. Diese Anrufung Gottes wird als „trinitarische Eingangsformel“ bezeichnet. So wird dem Besucher im Gottesdienst deutlich gemacht, dass Gott gegenwärtig ist, wie es der Gottessohn verheißen hat (vgl. Matthäus 18,20).

618. Was sind die Grundelemente des Gottesdienstes?

Von der ersten Christen in Jerusalem wird bezeugt: „Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet“ (Apostelgeschichte 2,42). Davon leiten sich die Grundelemente des Gottesdienstes ab: die Lehre der Apostel, die Gemeinschaft, das Brotbrechen und das Gebet.

619. Was ist mit „Lehre der Apostel“ gemeint?

Mit „Lehre der Apostel“ ist gemeint, dass die Apostel die Lehre Jesu Christi, also das Evangelium von Tod, Auferstehung und Wiederkunft des Gottessohnes, verkündigen. Diese Lehre wird auch durch die im Auftrag der Apostel tätigen Amtsträger im Gottesdienst verkündigt.

620. Was verstehen wir unter „Brotbrechen“?

„Brotbrechen“ ist die Feier des Heiligen Abendmahls. Es ist das zentrale Geschehen im Gottesdienst, das in Dankbarkeit für das Opfer Jesu gefeiert wird.

621. Was bedeutet „Gemeinschaft“ im Gottesdienst?

„Gemeinschaft“ im Gottesdienst bedeutet, die Erfüllung der Worte Jesu Christi zu erleben: „Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen“ (Matthäus 18,20).

„Gemeinschaft“ im Gottesdienst bedeutet weiter, dass die Glaubenden miteinander Gott anbeten und ihm Lob und Dank darbringen. So haben sie auch Gemeinschaft untereinander.

622. Welche Rolle spielt „Gebet“ im Gottesdienst?

Gebet ist unverzichtbarer Bestandteil des Gottesdienstes.

Im Gottesdienst verbindet sich die Gemeinde in den Gebeten des Gottesdienstleiters. Dabei kommen Anbetung Gottes, Dank, Fürbitte und Bitte zum Ausdruck.

Gemeinsam wird vor der Sündenvergebung das Gebet „Unser Vater“ gesprochen. Nach dem Empfang des Heiligen Abendmahls dankt der Glaubende Gott in einem stillen Gebet.

629. Wie werden die Sündenvergebung und die Feier des Heiligen Abendmahls vorbereitet?

Die Zuhörer werden durch den Gottesdienstleiter mit entsprechenden Worten auf die Sündenvergebung und die Feier des Heiligen Abendmahls eingestimmt. Zur direkten Vorbereitung darauf dient ein gemeinsam gesungenes Bußlied. In ihm bringt die Gemeinde das Bekenntnis ihrer Sündhaftigkeit und Hilfsbedürftigkeit zum Ausdruck.

643. Wann erfolgt die Verkündigung der Sündenvergebung im Gottesdienst?

Die Verkündigung der Sündenvergebung geschieht unmittelbar nach dem gemeinsamen Beten des Vaterunsers.

644. Mit welchen Worten wird die Vergebung der Sünden verkündigt?

Die Apostel verkündigen die Sündenvergebung unter unmittelbarer Bezugnahme auf Jesus Christus: „Ich verkündige euch die frohe Botschaft: In dem Namen unseres Herrn Jesus Christus, Sohn des lebendigen Gottes, sind euch die Sünden vergeben. Der Friede des Auferstandenen sei mit euch! Amen.“

Die priesterlichen Amtsträger verkündigen die Vergebung der Sünden mit Bezug auf das Apostelamt: „Im Auftrag meines Senders, des Apostels, verkündige ich euch die frohe Botschaft: In dem Namen unseres Herrn Jesus Christus, Sohn des lebendigen Gottes, sind euch die Sünden vergeben. Der Friede des Auferstandenen sei mit euch! Amen.“

645. Ist Sündenvergebung ein Sakrament?

Nein, die Vergebung der Sünden („Freisprache“, „Absolution“) ist kein Sakrament. Sie ist jedoch eine der Voraussetzungen zum würdigen Empfang der Sakramente.

646. Was ist der Grund dafür, dass Sünden vergeben werden können?

Sünden können vergeben werden, weil Gott – als Gott der Liebe – seinen Sohn zu den Menschen auf die Erde sandte. Dieser brachte durch seinen Tod am Kreuz das ewig gültige Opfer zur Vergebung der Sünden. Durch die freiwillige Hingabe seines Lebens hat Jesus Christus die Macht Satans gebrochen und ihn und seine Werke, nämlich Sünde und Tod, besiegt. Seitdem besteht die Möglichkeit, dass Menschen von Sünden befreit werden (vgl. Matthäus 26,28).

Jesus hat sein Leben für uns geopfert, damit uns die Sünden vergeben werden können und wir nicht unter der Herrschaft der Sünde bleiben müssen.

647. Wer vergibt die Sünden?

Der dreieinige Gott ist es, der die Sünden vergibt. Der Mensch ist aus eigener Kraft nicht in der Lage, Sünden zu vergeben und von Sünden frei zu werden. „Selig ist der Mann, dem der Herr die Sünde nicht zurechnet!“ (Römer 4,8).

648. Ist die Verkündigung der Sündenvergebung notwendig?

Ja, Sündenvergebung muss verkündigt werden. Die Apostel verkündigen die Vergebung der Sünden im Auftrag Jesu gemäß seinen Worten: „Welchen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen“ (Johannes 20,23). Sie machen also den Glaubenden das Opfer Jesu zugänglich. Die priesterlichen Amtsträger sind von den Aposteln bevollmächtigt, ebenso zu handeln.

Den „Katechismus in Fragen und Antworten“ veröffentlichen wir nach und nach in thematischen Blöcken unter „Katechismus“ in der Rubrik „Woran wir glauben“.