Dem Gedanken an den Tod näherten sich viele Zuhörer in zwei Konzerten, die der Regionalchor Nürtingen in der Kirche in Nürtingen (Apostelbereich Nürtingen) und in Bietigheim-Bissingen (Apostelbereich Stuttgart) am 20. und 21. Februar 2016 gab.

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    Der Regionalchor bei seinem Konzert in Bietigheim

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    Und beim Konzert in Nürtingen

In den Konzerten ergänzten Lesungen die Musik von Heinrich Schütz und Johannes Brahms, die an diesem Abend erklang. „An den Tod denken aus einer gläubigen Hinnahme heraus ist ein Denken mit Perspektive“, wurde Phil Bosmans zitiert, ein katholischer Ordensgeistlicher aus Belgien.

Der Chor trug unter seinen Dirigenten Daniel Joos und Karsten Ott die „Musicalischen Exequien“ von Heinrich Schütz vor, deren barocke Polyphonie von den Sängern großes Können abverlangte. Der erste Teil dieser Trauermusik ist mit Texten aus dem Alten und Neuen Testament im konzertierenden Stil komponiert. So erlebten die Zuhörer ein interessantes Wechselspiel zwischen einer Solistengruppe und Chorpartien.

Von Johannes Brahms erklang außer dem Choralvorspiel „O Welt, ich muss dich lassen“ (an der Orgel Karsten Ott) die Motette „Warum ist das Licht gegeben dem Mühseligen“, zu der Brahms selbst die Texte aus dem Alten und Neuen Testament zusammengestellt hatte. Die inhaltliche Bandbreite, vom „Warum“ bis hin zum abschließenden „Mit Fried und Freud ich fahr dahin“, bot dem Regionalchor die Möglichkeit, seine unterschiedlichen Klangregister hörbar zu machen; er überzeugte durch Klangfülle und Ausdruckskraft.


Hoffnung über den Tod hinaus

Gemäß christlicher Lehre lebt der Mensch, Seele und Geist, nach dem leiblichen Tod weiter. Die Hoffnung auf die Auferstehung der Toten verbindet sich mit dem Glauben, dass sich Fürbitte für Verstorbene auswirkt.

So feiern am ersten Sonntag im März die neuapostolischen Christen einen Gottesdienst, in dem sie der Verstorbenen besonders gedenken. In der Glaubensüberzeugung, dass Jesus Christus für alle Menschen das Opfer zur Erlösung gebracht hat und Erlösung auch nach dem leiblichen Tod erlangt werden kann, wird im Gottesdienst für Verstorbene gebetet.

Halten der Stammapostel, das geistliche Oberhaupt der Kirche, oder ein Bezirksapostel, Leiter einer oder mehrerer Gebietskirchen, einen solchen Gottesdienst, spenden sie auch die Sakramente für Verstorbene. Nach biblischem Bericht wurden schon im Urchristentum Lebende für Tote getauft (1. Korinther 15,29), und diese Praxis setzte sich in der Neuapostolischen Kirche fort: An zwei Amtsträgern wird für die Verstorbenen die Sakramentsspendung in der gleichen Weise vollzogen, wie dies ansonsten geschieht.

Am Sonntag, 6. März 2016, hält Bezirksapostel Michael Ehrich, Leiter der Gebietskirche Süddeutschland, in der Kirche in Karlsruhe-Mitte, Karlstraße 57-59, einen solchen Gottesdienst. Wie in allen Kirchengemeinden in Süddeutschland, ist Gottesdienstbeginn um 9:30 Uhr.