Bin ich als Christ authentisch? Versuche ich konsequent, Gottes- und Nächstenliebe im Alltag zu leben? Diese Fragen, gestellt im Kontext des Gleichnisses Jesu vom Endgericht, waren in den Gottesdiensten am Sonntag, 22. April 2018, in den neuapostolischen Gemeinden präsent. Denn als biblische Grundlage diente für die Wortverkündigung Matthäus 25,36 aus dem Gleichnis vom Endgericht: „Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich gekleidet. Ich bin krank gewesen und ihr habt mich besucht. Ich bin im Gefängnis gewesen und ihr seid zu mir gekommen.“

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Die von Jesus Christus verkündete Gottesliebe schließt Nächstenliebe ein; das gute Verhältnis zu Gott und zum Nächsten gehören zusammen. Die Jesus Christus nachfolgen wollen, müssen sich fragen, ob sie Werke des Glaubens und der Liebe tun. Die Werke sind in Bezug auf Jesus Christus zu sehen („… das habt ihr mir getan“); ausschließlich durch gute Werke ist Heil nicht zu erlangen.

Christen sind aufgefordert, immer wieder neu ihr Verhalten gegenüber Gott und den Mitmenschen zu überdenken und sich dahingehend zu prüfen, ob sie gemäß dem Evangelium ihr Leben führen und wie sich die Nachfolge Jesu Christi praktisch auswirkt.

Umgang in sozialen Netzwerken

Umgang mit anderen Menschen haben wir heutzutage nicht nur im realen Leben, sondern auch digital, wenn wir uns in sozialen Netzwerken im Internet bewegen. Das darf jedoch keinen Unterschied ausmachen – auch im World Wide Web, wo sich täglich Millionen von Menschen zum Gedanken- und Meinungsaustausch treffen, gilt es, als Christ authentisch zu sein.

Empfehlungen zum Verhalten in sozialen Netzwerken gibt ein Zehn-Punkte-Kodex – Herzstück der „Social Media Guideline“, die im Herbst 2017 von der Bezirksapostelversammlung, dem höchsten Leitungsgremium der Neuapostolischen Kirche unter Vorsitz des internationalen Kirchenleiters, Stammapostel Jean-Luc Schneider, beschlossen wurde (siehe Bericht auf nac.today, dem internationalen Nachrichtenmagazin der Neuapostolischen Kirche).

„Wir respektieren den Nächsten“, „Wir sind freundlich“, „Wir sind ehrlich und authentisch“ – das sind nur drei der Überschriften zu Hinweisen, die sich jeder Christ zu Herzen nehmen sollte, der in sozialen Netzwerken aktiv ist. Der Kodex kann hier als pdf heruntergeladen werden.

Die Richtlinie zum Thema „Soziale Medien“, die für die Öffentlichkeitsarbeit in der Gebietskirche Süddeutschland gilt, empfiehlt den oben beschriebenen Kodex für die private Nutzung sozialer Medien und weist darauf hin, dass soziale Netzwerke kein Instrument der kirchlichen Öffentlichkeitsarbeit in den Gemeinden, Kirchenbezirken und Apostelbereichen in Süddeutschland sind. „Werden soziale Medien von Kirchenmitgliedern (einschließlich Amts- und Funktionsträgern) privat genutzt, äußern diese sich nicht im Namen der Kirche. Für Dritte muss erkennbar sein, dass die Äußerungen und weiteren Veröffentlichungen als Privatperson erfolgen“, ist dort zu lesen.

Was sagt der Katechismus dazu?

Von dem, was in dem 2015 erschienenen „Katechismus der Neuapostolischen Kirche in Fragen und Antworten“ zur Gottes- und Nächstenliebe und den Werken des Glaubens ausgeführt wird, zitieren wir nachstehend:

277. In welchem Verhältnis stehen Gesetz und Evangelium?

Gesetz und Evangelium zeigen beide den Willen Gottes, dem Sünder zum Heil zu verhelfen.

Das Gesetz zeigt vor allem Gebote und Verbote auf, um den Menschen zu einem Gott wohlgefälligem Handeln anzuleiten. Der einzige Mensch, der dieses Gesetz vollkommen, ohne Übertretung, erfüllt hat, ist Jesus Christus: „Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen“ (Matthäus 5,17).

Das immer Gültige und Notwendige des mosaischen Gesetzes fasste Jesus Christus in dem Gebot der Gottes- und der Nächstenliebe zusammen: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt. […] Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ (Matthäus 22,37.39).

Nach seiner Auferstehung erklärte er den Jüngern, dass sich in ihm alles erfüllt hatte, was im Gesetz Moses, in den Propheten und in den Psalmen geschrieben steht (vgl. Lukas 24,44).

Daraus folgt: Christus ist Erfüllung und zugleich Ziel des Gesetzes. Die Vorstellung des Alten Bundes, das Gesetz sei der Weg zum Heil, ist durch Christus zum Ende gekommen. Jesus hat einen neuen Weg gelegt, den Weg der Gnade.

278. Welches sind die grundlegenden Voraussetzungen, um die Gnade zu erlangen, die im Evangelium angeboten wird?

Zunächst muss der Mensch erkennen, dass er ein Sünder ist. Dann muss er den Glauben aufbringen, dass durch Jesus Christus die Versöhnung des Sünders mit Gott möglich geworden ist und der Sünder durch den Glauben an Christus die Gerechtigkeit erlangen kann, die vor Gott gilt: „Wie nun durch die Sünde des Einen die Verdammnis über alle Menschen gekommen ist, so ist auch durch die Gerechtigkeit des Einen für alle Menschen die Rechtfertigung gekommen, die zum Leben führt“ (Römer 5,18).

279. In welchem Verhältnis stehen die guten Werke des Menschen zu seiner Erlösung?

Erlösung kann man sich nicht mit guten Werken verdienen, sondern sie kommt einzig aus der Gnade Christi. Dazu ist der Glaube an Christus notwendig.

Gute Werke sind Ausdruck eines lebendigen Glaubens. So soll sich der Mensch aus seinem Glauben heraus um einen geheiligten Wandel bemühen, der sich auch in seinen Werken zeigt.


Den „Katechismus in Fragen und Antworten“ veröffentlichen wir nach und nach in thematischen Blöcken unter „Katechismus“ in der Rubrik „Woran wir glauben“.