Albstadt, die älteste Kirchengemeinde in Württemberg, feierte planmäßig am Sonntag, dem 13. Mai 2018, mit einem Festgottesdienst den Wiederbezug ihres umgestalteten und mit einem Anbau erweiterten Kirchengebäudes.

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    Das umgestaltete und erweiterte Kirchengebäude in Albstadt

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    Stammapostel Jean-Luc Schneider am Altar

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    Musikalische Umrahmung durch den gemischten Chor

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    Bezirksapostel Michael Ehrich am Altar

Freudig erwartete die im Kirchengebäude in der Unteren Bachstraße 132 versammelte große Gemeinde als Gottesdienstleiter Bezirksapostel Michael Ehrich, den Präsidenten der Gebietskirche Süddeutschland. Überraschend kam der Bezirksapostel nicht allein – Stammapostel Jean-Luc Schneider, höchster Geistlicher in der Neuapostolischen Kirche, hatte sich „dazu selbst eingeladen“, wie er augenzwinkernd erklärte. So erlebten die Glaubensgeschwister des Kirchenbezirks Albstadt – per Internet-Livestream erfolgte eine Übertragung nach Balingen, Mössingen und Ofterdingen – den Wiederbezugs-Gottesdienst als ein besonderes Geschenk: in Dankbarkeit für die schöne „neue alte“ Kirche und in Freude über den Besuch der beiden Gottesknechte.

(Mehr zur Baumaßnahme wird im Zusammenhang mit dem Festakt am 17. Juni berichtet.)

Vorbereitung auf Pfingsten

Ein Bibelwort aus dem Neuen Testament, dem Lukas-Evangelium, hatte der Stammapostel als Grundlage für die Predigt gewählt: „Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben geben könnt, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist geben denen, die ihn bitten!“ (Kapitel 11, Vers 13).

In der Predigt wies der Stammapostel darauf hin, dass mit dem Sakrament der Heiligen Versiegelung der Heilige Geist als Gabe gespendet wird und von daher in den Gebeten die Bitte ausgedrückt werden möge, das Wirken des Heiligen Geistes zu erleben. In diesem Zusammenhang beleuchtete der Stammapostel das Wirken des Heiligen Geistes u.a. als Tröster, der von Jesus Christus Zeugnis ablegt, und als Geist der Wahrheit, der Wahrheit und Lüge kennzeichnet und lehrt, was Gott gefällt.

Die Glaubenden sollten, so der Stammapostel weiter, den Heiligen Geist bitten, ihr Sein zu erneuern, so dass sie „für den Herrn“ lebten (vgl. Römer 14,7.8). Dazu gehöre, unter allen Umständen wahrhaftige Zeugen Christi zu sein und nach der Freiheit im Geist zu streben, die auch darin bestehe, den Nächsten ungeachtet seiner Herkunft, seiner Meinung und seines Verhaltens lieben zu können. „Das neue Leben ist Dienst an Jesus Christus“, fasste er zusammen.

Um weitere Predigtbeiträge bat er den Bezirksapostel sowie Bischof Urs Heiniger aus dem Apostelbereich Freiburg/Tübingen, zu dem die Gemeinde Albstadt gehört.

Der gemischte Chor der Gemeinde, ein Orchester sowie Solisten (Harfe und Panflöte) gestalteten den Gottesdienst musikalisch mit, der für die Glaubensgeschwister in Albstadt sicherlich ein unvergessliches Fest bedeutete.

Einblick in die Chronik

In Albstadt, damals im heutigen Ortsteil Tailfingen, gibt es bereits seit 1896 eine neuapostolische Gemeinde.

Um 1850 war die Kunde vom neuapostolischen Glauben und der Wirksamkeit des Apostelamtes in heutiger Zeit nach Baden-Württemberg gekommen. Der erste deutsche Apostel, der in Süddeutschland wirkte, war der aus Weikersheim stammende Johann Christoph Leonhard Hohl (Ordination zum Apostel im Oktober 1864). An seiner Seite arbeitete der aus Tübingen stammende nachmalige Apostel Georg Gustav Adolf Ruff. Er wurde im Jahr 1888 zum Apostel – für Baden, Bayern, Hessen und Württemberg – ordiniert. Acht Jahre später, im Oktober 1896, folgte die Gründung der ersten neuapostolischen Gemeinde in Württemberg – in Albstadt-Tailfingen.

In ihrer jetzigen Zusammensetzung – gebildet aus den früheren Kirchengemeinden Albstadt-Tailfingen, Albstadt-Ebingen, Albstadt-Pfeffingen und Albstadt-Onstmettingen – besteht die Gemeinde seit dem Jahr 2015. Sie hat rund 560 Mitglieder und ist eine der neun Gemeinden im Kirchenbezirk Albstadt.