Ein Element der Konzeption „Achtsamkeit“ der Gebietskirche Süddeutschland wurde am Samstag, 20. Februar 2016, umgesetzt: In der Kirche in Sindelfingen kamen die Bezirksämter (= leitende Amtsträger auf Kirchenbezirksebene) sowie einige Unterrichtsbeauftragte aus den Kirchenbezirken der Apostelbereiche Nürtingen und Stuttgart zu einem ganztägigen Workshop zusammen.

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Eine in der Präventionsarbeit vor sexuellem Missbrauch ausgewiesene Fachkraft führte die Veranstaltung durch, die auch szenische Darstellungen zum Thema „Grenzverletzungen im Alltag von Kindern“ enthielt, präsentiert durch theaterpädagogisch geschulte Fachkräfte.

Bei der Konzeption „Achtsamkeit“ der Gebietskirche geht es im Kern um die Prävention vor sexuellen Übergriffen insbesondere gegenüber Kindern und Jugendlichen. Die Prävention erfolgt durch aufklärende Informationen, Richtlinien sowie Sensibilisierungs- und Schulungsmaßnahmen für den achtsamen Umgang mit Kindern und Jugendlichen, für deren Signale und Bedürfnisse, vor allem im Hinblick auf die Vermeidung von Grenzüberschreitungen aller Art.

Grenzüberschreitungen gegenüber Minderjährigen sind in allen Gesellschaftsschichten verbreitet. Man muss davon ausgehen, dass rund 25 Prozent der Mädchen und rund 10 Prozent der Jungen bis zu ihrem 18. Lebensjahr sexuelle Übergriffe erfahren.

„Wir müssen alles uns Mögliche tun, damit Grenzverletzungen, sexueller Missbrauch und Gewalt bei uns keinen Platz finden“, erklärte Bezirksapostel Michael Ehrich, Präsident der Gebietskirche, bezüglich der Konzeption „Achtsamkeit“. Mit Ausgabe 12/2008 der damals noch sogenannten „Elternbrief“-Reihe sowie Vorträgen und Workshops beim Internationalen Kirchentag, der 2014 in München stattfand, wurden schon deutliche Zeichen gesetzt, dass der Kirchenleitung die Prävention vor Grenzverletzungen und Übergriffen ein großes Anliegen ist.

Für die Bezirksämter aus den anderen Apostelbereichen in Süddeutschland sind ebenfalls solche Workshops geplant. Weitere Elemente der Konzeption „Achtsamkeit“ betreffen u.a. Veranstaltungen auf Kirchenbezirksebene. Aktiv zum Schutz der anbefohlenen Kinder und Jugendlichen beitragen sollen letztlich alle Amtsträger, Lehrkräfte und weiteren Mitglieder, die einen kirchlichen Auftrag ausüben.

Lesen Sie dazu auch den Bericht „Kinder schützen“ vom Dezember 2015.

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