Eine große Trauergemeinde versammelte sich am Samstag, 12. Dezember 2015, in der Kirche in Augsburg, Stettenstraße 7, um Abschied zu nehmen von Bischof im Ruhestand Werner Neitzke.

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    Abschied genommen von Bischof Neitzke haben Angehörige und Wegbegleiter ...

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    ... bei der Trauerfeier, die Bezirksapostel Michael Ehrich in Augsburg durchführte.

Wie berichtet, ist der Bischof am 3. Dezember 2015 im Alter von 85 Jahren verstorben. Schon seit Ende 2014 hatten sich bei ihm gesundheitliche Beschwerden bemerkbar gemacht, die in der Folge Krankenhausaufenthalte mit begleitender Therapie notwendig machten. Dennoch kam sein Tod plötzlich und unerwartet.

Außer den beiden Kindern des Bischofs mit ihren Familien, den weiteren Angehörigen und Freunden und den vielen Glaubensgeschwistern nahmen nahezu alle aktiven Apostel und Bischöfe aus Süddeutschland an der Trauerfeier teil. Darunter waren langjährige Weggefährten des verstorbenen Bischofs, so auch die Apostel im Ruhestand Werner Kühnle, Günther Eckhardt und Helmut Keck sowie Bischöfe im Ruhestand.

„Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!“ Dieses Bibelwort aus dem Buch Jesaja, Kapitel 43, aus Vers 1 legte Bezirksapostel Michael Ehrich, Leiter der Gebietskirche Süddeutschland, der Trauerfeier zugrunde.

Zu einem Wortbeitrag wurden gerufen: Apostel Wolfgang Zenker (Apostelbereich München), der Nachfolger von Bischof Neitzke im Bischofsamt war, Apostel Hans-Peter Schneider (Apostelbereich Heilbronn), der ebenfalls als Bischof mit dem verstorbenen Bischof viele Jahre zusammengearbeitet hatte, und Apostel Volker Kühnle (Nürtingen), auch er ein langjähriger Weggefährte des Bischofs Neitzke.

Ein gemischter Chor, ein Instrumentalisten-Ensemble sowie eine Gesangssolistin gestalteten mit ihren Trost zusprechenden Vorträgen die Trauerfeier musikalisch mit.

Ein gesegnetes Leben

Zu Beginn gab der Bezirksapostel einen kurzen Rückblick in das gesegnete Leben von Werner Neitzke und las den vom Bischof selbst verfassten Lebenslauf vor. Viele schöne Spuren habe dieser in den Herzen seiner Familie und vieler Glaubensgeschwister hinterlassen. „Unser Bischof hat sein Leben ganz in den Dienst des Herrn gestellt“, so der Bezirksapostel, der den Verstorbenen als tiefgläubigen Gottesknecht charakterisierte. Der Bischof habe sich gläubig und vertrauensvoll ganz in die Hand Gottes begeben, auch, als er den Schicksalsschlag erlitt, dass seine Ehefrau nach 56-jähriger harmonischer, glücklicher Ehe verstarb. Und auch in seinen Krankheitstagen in den letzten Lebensmonaten sei er zuversichtlich gewesen, dass der Herr es mit ihm recht mache. „Das Vertrauen auf Gott, dass er alles wohl hinausführt, trägt auch in solchen Verhältnissen“, so der Bezirksapostel. „Das war die Basis seines Lebens.“ Aus dem Glauben und Vertrauen habe Werner Neitzke innerliche Stärke gewonnen; darin sei er allen ein Vorbild gewesen. Auch habe er so eine „gewisse Glaubensgelassenheit“ ausstrahlen können.

„Der Tod ist nicht das Ende, sondern eine Wende – in eine andere Daseinsform“, unterstrich der Bezirksapostel. Über den Tod hinaus verbinde das Sehnen nach der himmlischen Heimat, von dem der gemischte Chor im einleitenden Lied der Trauerfeier gesungen hatte, den Voraufgegangenen mit der Trauergemeinde. „Wir haben ein gemeinsames Ziel – die Vereinigung mit Jesus Christus zu erleben und in die unmittelbare Lebensgemeinschaft mit Gott geführt zu werden – und mithin eine gemeinsame Zukunft.“

Geboren wurde Werner Neitzke am 11. Februar 1930 im Erzgebirge, als Sohn gläubiger neuapostolischer Eltern, die ihm in ihrer Fürsorge und Liebe eine glückliche Kindheit bereiteten, für die er sehr dankbar war. Aufgrund eines Stellungswechsels des Vaters verzog die Familie nach Augsburg, wo Werner Neitzke die Schule besuchte. Beruflich ging er ins Bankfach; er war in verschiedenen Industrieunternehmen tätig und arbeitete bis zu seinem Ausscheiden aus dem Berufsleben – aufgrund der Ordination zum Bischof – einige Jahre als Prokurist einer Getreidebevorratungsfirma.

In sein erstes kirchliches Amt, Diakon, war Werner Neitzke mit 20 Jahren ordiniert worden. 1952 wurde er zum Priester, ein Jahr später zum Gemeindeevangelisten und 1955 zum Hirten ordiniert. Als er 1958 das Bezirksevangelisten-Amt empfing, war er der Jüngste im Kreis der leitenden Amtsträger auf Kirchenbezirksebene in Bayern. 1980 wurde er zum Bezirksältesten ordiniert und als Leiter des damaligen Bezirks Augsburg-Mitte beauftragt. Nur wenig später, am 14. September 1980, empfing er das Bischofsamt. Altershalber wurde Bischof Neitzke nach über 45 Jahren kirchlicher Tätigkeit, davon 16 Jahre als Bischof, durch Stammapostel Richard Fehr am 25. Februar 1996 in den Ruhestand versetzt.

Dem lieben Verstorbenen gilt unsere Dankbarkeit für alles, was er im Sinn und Geist Jesu Christi in den Gemeinden und Bezirken getan hat, und wir blicken in Freude und Hoffnung auf die gemeinsame Zukunft beim Herrn, wie es auch im gemeinsam von der Trauergemeinde gesungenen Lied „Meine Heimat ist dort in der Höh‘“ zum Ausdruck kam (neuapostolisches Gesangbuch Nr. 435).