Große Freude und Dankbarkeit in Wendlingen am Neckar: Am Sonntag, 14. Juli 2019, kam Bischof Jürgen Gründemann und feierte mit der Gemeinde den Festgottesdienst zum 100-Jahr-Jubiläum.

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    Bischof Jürgen Gründemann feierte mit der Gemeinde den Festgottesdienst.

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    Der Gottesdienst wurde musikalisch umrahmt.

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    Schautafeln im Foyer informieren über die Geschichte der Kirchengemeinde.

Mit einem Festgottesdienst am Sonntag, 14. Juli 2019, feierte die Gemeinde Wendlingen (Kirchenbezirk Göppingen/Kirchheim) ihr 100-jähriges Bestehen. Bischof Jürgen Gründemann besuchte die Gemeinde zum Jubiläum und hielt den Festgottesdienst.

Der Bischof legte der Gemeinde ein Grußwort aus Jakobus 5, Vers 8 nahe: „Seid auch ihr geduldig und stärkt eure Herzen; denn das Kommen des Herrn ist nahe.“ Bezirksapostel Michael Ehrich hatte der Jubiläumsgemeinde dieses Bibelwort gewidmet. In seiner Predigt ging Bischof Gründemann auch auf den Vortrag der Sänger ein, die das Lied „Preis und Anbetung sei unserem Gott“ gesungen hatten. Durch die Liebe und Gnade Gottes könne die Gemeinde dankbar auf 100 Jahre zurückblicken. Der Bischof lobte die Vorfahren, die trotz Schwierigkeiten immer am Glauben festgehalten hätten. Dieses Vorbild solle Ansporn und Antrieb sein, den Glauben in der eigenen Umgebung erfahrbar zu machen.

Der Vorsteher der Gemeinde, Hirte Wolfgang Briem, und Priester Jürgen Briem wurden zu Predigtbeiträgen gerufen. Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst von einem gemischten Chor, einem Doppelquartett und einem kleinen Orchester. Am Ende des Gottesdienstes wurde mit großer Freude das Lied „Singt ein Lied von Gott“ vorgetragen – beim Refrain stimmten alle Anwesenden mit ein.

Bereits am Freitag, 12. Juli, feierte die Gemeinde das 100-Jahr-Jubiläum mit einem musikalisch umrahmten Festakt im Bürgertreff „Treffpunkt Stadtmitte“. Apostel Volker Kühnle, Bezirksvorsteher Joachim Raff und Gemeindevorsteher Wolfgang Briem freuten sich über zahlreiche Gäste.

In seinem Grußwort bedankte sich Bürgermeister Steffen Weigel bei der Kirchengemeinde, die sich in Wendlingen mit anderen Kirchen im karitativen Bereich einsetzt. Die evangelische Pfarrerin Ute Biedenbach betonte die Gemeinsamkeiten und freut sich, weiter in sozialen Projekten zusammenzuarbeiten. Humorvoll schilderte die Pfarrerin, die als Jugendliche in der Nähe einer neuapostolischen Kirche in Stuttgart wohnte, ihre ersten Eindrücke von den neuapostolischen Christen: „Sie singen laut und belegen alle Parkplätze“, so Biedenbach mit einem Augenzwinkern. Apostel Volker Kühnle bekräftigte in seiner Festansprache die verbindenden Elemente der Neuapostolischen Kirche mit der evangelischen und der katholischen Kirche. Es gelte, auf das Positive zu sehen, Gemeinsamkeiten zu suchen und zu finden.

Die Anfänge der Neuapostolischen Kirche in Wendlingen waren bescheiden. Die ersten Gottesdienste fanden ab dem Jahr 1919 in der Fabrikstraße 24 bei Familie Heilemann statt. Die kleine Gemeinde umfasste damals 13 Mitglieder. In den folgenden Jahren wechselten die Räume, in denen die Gottesdienste gefeiert wurden, mehrfach -  von einem Wohnzimmer in eine Scheune, in das alte Rathaus und erneut in ein Wohnhaus. Nach langer Suche wurde 1955 ein Bauplatz gefunden. So konnten die Gläubigen nach großem persönlichem Einsatz im Februar 1957 das erste eigene Kirchengebäude in der Kirchheimer Straße 76 beziehen. Von 1973 bis 1974 wurde die Kirche durch einen Anbau erweitert, im Rahmen einer großen Renovierung 1990 mit einer SAT-Empfangsanlage ausgestattet.

Heute zählt die Gemeinde 169 Mitglieder; sie wird geleitet von Hirte Wolfgang Briem, der von vier Priestern und fünf Diakonen unterstützt wird.