Finden neuapostolische Gottesdienste in Süddeutschland immer in einer eigenen Kirche statt? „Im Prinzip ja, aber ...“, könnte man sagen. Denn unsere Gebietskirche hat für ihre Gemeinden eigene Gotteshäuser, oft mit einem Nebentrakt/mit Nebenräumen zur Verwendung im Sinne eines Gemeindehauses.

Doch außer diesen geweihten Kirchen hat auch schon die eine und andere Festhalle, entsprechend bestuhlt und dekoriert, als Versammlungsstätte zum Gottesdienst gedient – bei Großveranstaltungen wie dem jährlichen Jugendtag kommt man nicht umhin, in eine Halle mit entsprechender Größenordnung auszuweichen: Da, wo sich sonst Messepublikum drängt, Kongressteilnehmer sich fachlich austauschen oder Sportler und ihr Publikum einer Entscheidung entgegenfiebern, bietet sich ein ungewohntes Bild mit festlich geschmücktem Altarbereich, es ertönt dann geistliche Musik, wird gebetet und gepredigt. So fanden Jugendgottesdienste mit ein paar tausend Teilnehmern in Stuttgart schon in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle und recht oft auf dem früheren Messegelände am schönen Killesberg statt, in München in der Olympiahalle, in Augsburg in der „Schwabenhalle“, in Nürnberg in der „Frankenhalle“, in Sindelfingen im „Glaspalast“, in Offenburg in der „Baden-Arena“ und und und.

Der erste Internationale Kirchentag (IKT), den die Neuapostolische Kirche veranstaltete – an Pfingsten 2014 –, hatte als spirituellen Höhepunkt der drei IKT-Tage einen Gottesdienst mit  Stammapostel Jean-Luc Schneider: Dieser Gottesdienst wurde am Pfingstsonntag im Olympiastadion in München gefeiert und per Satellit weltweit übertragen.

Auch in Seniorenheimen wird da und dort regelmäßig Gottesdienst gehalten, und in besonderen Fällen ist ein Gottesdienst auch mal im Freien zu erleben: Im Allgäu hat der jährliche „Berg-Gottesdienst“ auf einer Alm schon Tradition und so regen Zulauf, dass die organisatorischen Grenzen längst erreicht sind und daher nichts mehr darüber publiziert wird. In manchen Kirchenbezirken hat sich ein jährlicher Kinder-Gottesdienst an einem ungewöhnlichen Ort etabliert, beispielsweise im Bezirk Stuttgart-Bad Cannstatt auf einer Burg.

Ob die Gottesdienste in den geweihten Kirchen oder ausnahmsweise auch einmal in freier Natur, im Altenheim oder in einer Halle stattfinden, immer ist der Glaube Triebfeder von denen, die zusammenkommen und sich dabei an das Wort halten, dass Jesus Christus gesprochen hat: „Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen“ (Matthäus 18,20).