Ein gleichberechtigtes Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderungen ist ein bedeutendes gesellschaftliches Ziel. Der zentrale Gedanke dabei: die Inklusion von Menschen mit Behinderungen in allen Lebensbereichen.

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Die Inklusion von Menschen mit Behinderungen in den süddeutschen Kirchengemeinden ist ein wichtiges Seelsorge-Anliegen. Dies kommt auch in den Richtlinien der Gebietskirche zum Kirchenbau und -unterhalt zum Tragen, gemäß denen die Barrierefreiheit in den Kirchengebäuden stetig verbessert wird. Zudem gibt es seit einigen Jahren einen „Behindertenbeauftragten“ der Gebietskirche Süddeutschland, der Ansprechpartner für die Kirchenmitglieder mit Behinderungen ist und sich für ihre Belange engagiert (lesen Sie dazu unseren Bericht „Stabsübergabe bei Behindertenbeauftragtem“).

Über ihr Hilfswerk unterstützte die Gebietskirche immer wieder auch finanziell Einrichtungen, die sich um Menschen mit Behinderungen kümmern und ihre gesellschaftliche Teilhabe fördern. Insbesondere werden Inklusions-Projekte finanziell gefördert, die neben den professionellen Hilfen mit viel ehrenamtlichem Engagement betrieben werden.

Kuchenbäckerei und Kleinbus finanziert

Zuletzt spendete die Gebietskirche im Dezember 2017 aus dem Budget ihres Hilfswerks 10.000 Euro an den Verein „Haus der Mitte ALB – Arbeits- und Lebensgemeinschaft Bad Boll“. Dort erhalten Menschen mit Unterstützungsbedarf Hilfe und Beistand, ohne bevormundet zu werden; ein weitgehend selbstständiges Leben wird gefördert. Derzeit leben und arbeiten im „Haus der Mitte“ 85 Menschen.

Die Arbeits- und Lebensgemeinschaft Bad Boll versteht sich als Teil des Gemeinschaftslebens in der Stadt und setzt sich gezielt für das Miteinander aller Menschen ein. Ihr Grundsatz ist: „Vielfalt als Chance“. Durch die Bereitstellung von normal bezahlten Arbeits- und Ausbildungsplätzen wird die Teilleistungsfähigkeit der Menschen mit Unterstützungsbedarf gefördert.

Die 10.000-Euro-Spende der Gebietskirche wird zum Bau einer Kuchenbäckerei verwendet.

Auch der gemeinnützige Kreisverein „Leben mit Behinderungen Göppingen“, der 2007 den Inklusions-Preis des Landkreises für sein Projekt „Jugendtreff“ erhielt, wurde im Dezember 2017 durch das Hilfswerk der Gebietskirche finanziell unterstützt. Mit der 15.000-Euro-Spende der Kirche soll ein Kleinbus zum Behindertentransport angeschafft werden, erklärte die Vereins-Vorsitzende Brigitte Buschhaus-Over, zudem können nun notwendige Renovierungsarbeiten an der Begegnungsstätte des Kreisvereins erledigt werden.

Der 1972 gegründete Kreisverein ist Mitglied im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband, im Landesverband für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderung Baden Württemberg e.V. und im Bundesverband für Körper- und Mehrfachbehinderte e.V. Er lebt weitgehend durch ehrenamtliches Engagement und sieht es als eine grundlegende Aufgabe, Begegnungen von Menschen mit und ohne Behinderungen zu schaffen. Die Begegnungsstätte des Kreisvereins bietet mit der sogenannten „Süßener Bettlad“ auch Übernachtungsmöglichkeiten für Menschen mit Unterstützungsbedarf. Zudem ist in der Begegnungsstätte eine Kerzenwerkstatt integriert: Menschen mit Behinderungen finden hier eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung und werden in ihrer Kreativität gefördert.