Sie strahlten mit der Sonne um die Wette: die ca. 3.500 jungen Christen, ihre Seelsorger und die Jugendbegleiter/-innen, die zum Jugendtag nach Nürnberg gekommen waren. Er fand am Sonntag, 28. Juni 2015, in der Frankenhalle (Messegelände) statt.

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    Bezirksapostel Michael Ehrich

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    Apostel Jörg Steinbrenner aus Norddeutschland

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    Apostel Dieter Prause

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    Bischof Eberhard Koch

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Zu diesem ersten der beiden süddeutschen Jugendtage in diesem Jahr waren die Jugendlichen aus den Apostelbereichen Heilbronn, München, Nürnberg, Nürtingen und Ulm eingeladen. Unter dem Motto „Verantwortung im Leben und im Glauben“ feierten die Jugendtags-Teilnehmer miteinander Gottesdienst und erlebten das Nachmittagsprogramm.

Entscheidung für Gott

Bezirksapostel Michael Ehrich, Präsident der Gebietskirche Süddeutschland, leitete den Gottesdienst, der nach einem emotionalen Einstieg in den Jugendtag am späten Vormittag begann.

In Begleitung des Bezirksapostels waren – als Gäste aus anderen Gebietskirchen – Apostel Jörg Steinbrenner aus Norddeutschland und Apostel Anatolij Budnyk aus der Ukraine, einem von Süddeutschland aus administrativ und seelsorgerisch mitbetreuten Land, sowie die süddeutschen Apostel Hans-Jürgen Bauer, Volker Kühnle, Dieter Prause, Hans-Peter Schneider und Wolfgang Zenker.

Als Bibelwort legte der Bezirksapostel der Predigt aus den Apokryphen Kapitel 15 des Buches Sirach zugrunde, die Verse 14 und 15: „Er hat im Anfang den Menschen geschaffen und ihm die Entscheidung überlassen. Wenn du willst, so kannst du die Gebote halten und in rechter Treue tun, was ihm gefällt.“

Zum Bibelwort führte der Bezirksapostel aus, der Mensch werde von Gott in eine gewisse Entscheidungsfreiheit gestellt: Er könne sich aus freien Stücken für Gott entscheiden oder aber sein Leben ohne Gott gestalten. In diesem Zusammenhang sprach er auch an, dass es gelte, mit Freiheit verantwortungsbewusst umzugehen – er nannte jugendgerechte Beispiele aus der Kinder- und Jugendzeit –, dies müsse man auch üben und lernen.

Wer sich für ein Leben mit Gott entscheide, für den stelle sich, so der Bezirksapostel in den weiteren Ausführungen, die „Gretchenfrage“: „Wie kann ich meinen Willen mehr und mehr mit Gottes Willen in Übereinstimmung bringen?“ Da biete einem Gott ein „wertvolles Geschenk“ an, den Glauben: „Dieses Geschenk des Glaubens gilt es anzunehmen und zu pflegen, damit der Glaube das Leben ganz durchdringt.“ Dazu müsse man „schon in Obligo gehen“ und sich ganz vertrauensvoll Gott öffnen und hingeben.

Er zitierte auch den Text vom Weltgericht, in dem Jesus verschiedene Lebenssituationen aufzeigt („... ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir zu essen gegeben“, vgl. Matthäus 25, 31. ff.) und erläutert: „Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“ Dies habe unmittelbar mit dem Jugendtags-Motto zu tun und sei nicht nur auf den Kreis neuapostolischer Christen bezogen, sondern müsse eine Grundhaltung gegenüber allen Menschen sein, meinte der Bezirksapostel und unterstrich: „Es ist die Haltung, auf die es ankommt!“ Es bedeute, sich aus ganz freien Stücken, auch ohne Berechnung, in Nächstenliebe und Mitgefühl jedem zuzuwenden, der bedürftig und in Not sei, ob im Irdischen oder auch auf geistlichem Gebiet.

Im Fortgang der Predigt empfahl der Bezirksapostel der Jugendtagsgemeinde, das Doppelgebot der Liebe (vgl. Matthäus 22,37-39) als „Maß der Dinge“ zu nehmen – dann werde man nicht nur auf sich selbst sehen, sondern dem Auftrag gerecht, als Christen gemäß dem Evangelium zu handeln.

Zur weiteren Wortverkündigung wurden Apostel Steinbrenner, Apostel Prause, Leiter des Apostelbereichs Nürnberg und damit „Gastgeber“, der an diesem Tag auch Geburtstag feierte, sowie Bischof Eberhard Koch aus dem Apostelbereich Nürtingen gerufen.

„Mehr Jesus – weniger ich“

Der emotionale Einstieg in den Jugendtag, etwa eine halbe Stunde vor Gottesdienstbeginn, wurde von Klaviermusik untermalt. Jugendliche trugen Erwartungen, Anliegen und Empfindungen ihrer jungen Glaubensgeschwister vor (in einem Onlineportal hatte jeder einen Beitrag posten können). Da ging es u.a. um ganz persönliche Glaubensanliegen, wie mehr Zeit fürs Gebet zu haben oder der Sünde besser zu widerstehen. Jemand brachte, was ihn bewegt, so auf den Punkt: „Mehr Jesus – weniger ich“.

Weiter hatten Jugendliche allgemeine Wünsche, Gebete und Dank ausgedrückt. Sie thematisierten beispielsweise den Zusammenhalt im Jugendkreis, Abbau von Vorurteilen, Frieden, Freude, Zuneigung und Liebe ... „Jemanden finden, der mich in den Arm nimmt“, hieß es zum Beispiel. Auch galten ihre Gedanken und Gefühle verstorbenen Jugendlichen.

Ebenso kamen Erwartungen speziell an den Jugendtag zum Ausdruck, so der Wunsch nach Wegweisung für die Zukunft und die Hoffnung, im Gottesdienst besonders angesprochen und berührt zu werden. Passend erklang zu all dem am Klavier: „Wirf dein Anliegen auf den Herrn“.

„Eins im Glauben und im Lieben“ Lieder singen

Orgelspiel, ein Orchester (Leitung: Heinz Keck), in dem über 80 jugendliche Instrumentalistinnen und Instrumentalisten aus dem Apostelbereich Ulm mitwirkten, sowie ein Chor mit rund 800 Sängerinnen und Sänger der Jugendchöre aus allen eingeladenen Apostelbereichen (Leitung: David Zenker) umrahmten den Gottesdienst.

Die Wortverkündigung im Gottesdienst einleitend, brachten Chor und Orchester ihre Glaubensüberzeugung im gemeinsamen Lied „Die Sach‘ ist dein, Herr Jesus Christ“ zum Ausdruck, in dem es u.a. heißt: „Du gingst, o Jesu, unser Haupt, durch Leiden himmelan und führest jeden, der da glaubt, mit dir die gleiche Bahn.“ Am Schluss des Gottesdienstes besangen die 800 Sänger-/innen mit Klavierbegleitung den liebenden, gnädigen Gott – „Thou gracious God“.

Jugendchor und Orchester hatten schon das „Come together“ am Sonntagmorgen musikalisch begleitet und mit ihren Vorträgen die große Jugendtagsgemeinde auf das Gottesdienst-Erleben eingestimmt. Die Chorsänger/-innen waren auch beim offenen Singen am Nachmittag voll dabei und beim schwungvollen Schlusslied: „Lasst uns fröhlich Lieder singen, eins im Glauben an den Herrn, … eins im Lieben in dem Herrn!“

Verantwortung auch im persönlichen Leben übernehmen

Das Nachmittagsprogramm war vielfältig; stimmig zum Motto des Jugendtags bildete das Thema „Fair Trade“ einen Schwerpunkt. Es ging darum, als Konsument Verantwortung zu übernehmen und „faire Entscheidungen“ zu treffen.

„Eigentlich dürfte es die Initiative für fairen Handel gar nicht geben ‚müssen‘“, erkannten die Jugendlichen: Dann, wenn man wirklich partnerschaftlich denken und mit Achtung und Respekt dem Dialog- und Handelspartner begegnen würde. Da war schnell der Bogen geschlagen zu ethischen Fragen und damit aus Glaubenssicht zur Wertschätzung des Anderen, zur in die Tat umgesetzten Nächstenliebe, „auch wenn der Nächste Tausende Kilometer entfernt von uns lebt“. Verantwortung im Leben und im Glauben gehörten einfach zusammen, meinte der Bezirksapostel, denn wenn der Heilige Geist Raum im Herzen bekomme, veranlasse er zu guten Werken, im Geistlichen und im Irdischen.

Apostel Steinbrenner, der als „Gastapostel“ einen Beitrag im Nachmittagsprogramm übernommen hatte, bezog sich ebenfalls auf soziale und ökologische Themen aus Sicht des christlichen Glaubens: „Wir tragen eine von den Maßstäben des Evangeliums geprägte Verantwortung für die Schöpfung, die Gott uns Menschen anvertraut hat.“ Auf der Basis der Katechismus-Aussagen zu den Zehn Geboten richtete er den Fokus auf konkrete Möglichkeiten, um ein wenig dazu beizutragen, das Leben Anderer erträglicher und besser zu gestalten.

Weitere Berichte:

Verantwortung im Leben und im Glauben
Eindrücke vom Jugendtag in Nürnberg

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Schlagworte jugendtag nürnberg