Im Mittelpunkt der Predigt am kirchlichen Hochfest Ostern stand die Auferstehung Jesu Christi. Gefeiert wurde der Gottesdienst am Ostersonntag, 16. April 2017, in den Kirchengemeinden Süddeutschlands am Vormittag.

Als Bibelwort lag der Predigt im Ostergottesdienst Kapitel 2 aus dem Johannes-Evangelium zugrunde, die Verse 19 und 22: „Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Brecht diesen Tempel ab und in drei Tagen will ich ihn aufrichten. … Als er nun auferstanden war von den Toten, dachten seine Jünger daran, dass er dies gesagt hatte, und glaubten der Schrift und dem Wort, das Jesus gesagt hatte.“

Jesu Christi Auferstehung als Fundament des Glaubens

Der Glaube an die Auferstehung Jesu Christi wurde für die urchristlichen Gemeinden zum Fundament, und auch in heutiger Zeit wird seine Auferstehung als Kernstück des Evangeliums durch die Apostel verkündigt. In Jesu Christi Auferstehung ist die Hoffnung auf Auferstehung der Toten und ewiges Leben begründet.

„In der Auferstehung hat Gott den Gekreuzigten als den Christus bestätigt (Apg 2,36); in ihm allein ist ewiges Heil gegeben.“ So heißt es im Katechismus der Neuapostolischen Kirche, Kapitel 3.4.9.9 „Das Kreuz“.

Durch seinen Opfertod am Kreuz – an den die Christenheit an Karfreitag gedenkt – hat Jesus Christus das Böse überwunden und die Voraussetzung zur Erlösung der sündigen Menschen aus Sünde und ewigem Tod geschaffen. Dass er „am dritten Tag“ vom Tod auferstanden ist, wird bezeugt durch die biblischen Berichte (Apostelgeschichte 10,40; 1. Korinther 15,4). Der Auferstandene zeigte sich verschiedentlich den Jüngerinnen und Jüngern. Auf eine der vielfältigen Erscheinungen des Auferstandenen bezog sich die Bibellesung an Ostern 2017 – aus dem Matthäus-Evangelium, Kapitel 28, Verse 1 bis 8.

Durch den Opfertod und die Auferstehung Jesu Christi von den Toten ist die Möglichkeit geschaffen, den im Sündenfall begründeten Tod und die dadurch bewirkte Trennung des Menschen von Gott aufzuheben. Die grundlegende Bedeutung des Auferstehungsglaubens hat Paulus in 1. Korinther 15,14ff. herausgestellt.

Im Katechismus-Kapitel 3.4.11.1 „Heilsbedeutung der Auferstehung Jesu Christi“ heißt es dazu: „Das Bekenntnis zu Jesus als dem Christus und der Glaube an seine Auferstehung sind für die Errettung des Menschen von fundamentaler Bedeutung (1Petr 1,3-12). Dieser Glaube an die Auferstehung des Erstlings Christus von den Toten legt den Grund für den Glauben an die Auferstehung der Toten in Christus und die Verwandlung der Lebenden bei seiner Wiederkunft: ‚Die Toten werden auferstehen unverweslich, und wir werden verwandelt werden‘ (1Kor 15,52).“

Ostergottesdienst mit den Aposteln

Das Fest der Auferstehung Jesu Christi von den Toten begingen Kirchenmitglieder aus dem Kirchenbezirk Esslingen mit Bezirksapostel Michael Ehrich, der den Ostergottesdienst in der Kirche Esslingen-Mitte feierte. Der zuständige Apostel Volker Kühnle war in seiner Begleitung und wurde zu einem Predigtbeitrag gerufen, ebenso Bezirksevangelist Karl-Otto Schöllkopf, der in diesem Gottesdienst auch in den Ruhestand trat.

Apostel Herbert Bansbach kam zum Ostergottesdienst in den Bezirk Eberbach, nach Sinsheim. Im Kirchenbezirk Ulm feierte Apostel Hans-Jürgen Bauer in der großen Kirche Ulm-Ost mit einer großen Gemeinde den Ostergottesdienst. Apostel Jürgen Loy hatte sich für den Bezirk Stuttgart/Ludwigsburg eingeteilt, wo er mit der Gemeinde Asperg den Ostergottesdienst erlebte. Apostel Dieter Prause besuchte an Ostern den Kirchenbezirk Hof, wo er den Gottesdienst mit der Gemeinde Kulmbach feierte. Apostel Martin Schnaufer war zum Ostergottesdienst im Kirchenbezirk Lörrach, in der Gemeinde Schopfheim, und Apostel Zenker führte den diesjährigen Ostergottesdienst in der Kirche in München-Laim (Kirchenbezirk München-Nord) durch.

 

Was sagt der Katechismus dazu?

Was im 2015 erschienenen „Katechismus der Neuapostolischen Kirche in Fragen und Antworten“ zur Auferstehung Jesu Christi ausgeführt wird, zitieren wir nachstehend:

184. Aus welcher Macht ist Jesus Christus auferstanden?

Die Auferstehung Jesu Christi ist Tat des dreieinigen Gottes:

  • Zum einen offenbart sich hier die Macht Gottes, des Vaters – er erweckte Jesus von den Toten: „Der Gott unsrer Väter hat Jesus auferweckt, den ihr an das Holz gehängt und getötet habt“ (Apostelgeschichte 5,30).
  • Zum anderen erfüllten sich die Worte Gottes, des Sohnes: „Ich habe Macht, es [mein Leben] zu lassen, und habe Macht, es wieder zu nehmen“ (Johannes 10,18).
  • Schließlich wird das Handeln Gottes, des Heiligen Geistes, im Brief des Apostels Paulus an die Römer bezeugt: „Wenn nun der Geist dessen, der Jesus von den Toten auferweckt hat, in euch wohnt, so wird er, der Christus von den Toten auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig machen durch seinen Geist, der in euch wohnt“ (Römer 8,11).

Dass Jesus Christus von den Toten auferstanden ist, zeigt die Macht Gottes über den Tod.

185. Gibt es Zeugen für die Auferstehung Christi?

Jesus Christus ist auferstanden, ohne dass ein Mensch Augenzeuge dieses Vorgangs geworden wäre. Jedoch wird in der Heiligen Schrift die Auferstehung des Sohnes Gottes vielfach bezeugt. Eines dieser Zeugnisse ist das leere Grab. Weitere Belege sind die vielfältigen Erscheinungen des Auferstandenen in den 40 Tagen zwischen seiner Auferstehung und Himmelfahrt: Es sind konkret benannte Personen, denen er sich zeigte und die ihn erkannten.

Die Auferstehung Jesu Christi ist keine Wunschvorstellung seiner Anhänger, sondern ein wirkliches Geschehen. Sie hat tatsächlich stattgefunden.

186. Welche Bedeutung hat die Auferstehung Christi für die Menschen?

Jesus Christus ist auferstanden. Dadurch hat der Gläubige eine berechtigte Hoffnung auf die eigene Auferstehung und ewiges Leben: „Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind. Denn da durch einen Menschen der Tod gekommen ist, so kommt auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten. Denn wie sie in Adam alle sterben, so werden sie in Christus alle lebendig gemacht werden“ (1. Korinther 15,20-22).

Der Glaube an die Auferstehung Jesu Christi ist notwendig, weil durch seine Auferstehung gezeigt wird, dass Jesus Christus der Heiland der Welt ist (vgl. 1. Korinther 15,14).

187. Von welchen Erscheinungen des Auferstandenen wird im Neuen Testament berichtet?

Der auferstandene Jesus erschien öfter seinen Jüngern und Jüngerinnen. Hierfür einige Beispiele:

Maria von Magdala und weitere Frauen waren die ersten Zeugen des Auferstandenen. „Siehe, da begegnete ihnen Jesus und sprach: Seid gegrüßt! Und sie traten zu ihm und umfassten seine Füße und fielen vor ihm nieder“ (Matthäus 28,9).

Der Auferstandene begleitete, von ihnen zunächst unerkannt, Jünger, die zum Dorf Emmaus gingen. Er erklärte ihnen die Schrift und brach schließlich mit ihnen das Brot, sodass sie ihn erkannten (vgl. Lukas 24,13-35).

Am Abend des Tages seiner Auferstehung trat Jesus in den Kreis seiner Jünger. Als Auferstandener und Herr über Tod und Sünde erteilte er den Aposteln Vollmacht, den Menschen die Sündenvergebung zugänglich zu machen: „Nehmt hin den Heiligen Geist! Welchen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten“ (Johannes 20,19-23).

Ein weiteres Mal erschien der Herr einigen Jüngern am See Tiberias und gab Apostel Petrus den Auftrag, die „Lämmer und Schafe Christi“ – also alle Mitglieder der Gemeinde – zu „weiden“, d.h. sie zu betreuen (Petrusdienst; vgl. Johannes 21,15-17).

Der auferstandene Herr zeigte sich seinen Aposteln „durch viele Beweise als der Lebendige und ließ sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang und redete mit ihnen vom Reich Gottes“ (Apostelgeschichte 1,3).

Apostel Paulus spricht in 1. Korinther 15,6 davon, dass der auferstandene Jesus von mehr als fünfhundert Brüdern auf einmal gesehen wurde.

188. Wie verhielten sich die Hohepriester nach der Auferstehung Jesu Christi?

Die Hohepriester erfuhren von der Auferstehung Jesu Christi. Sie bestachen die Soldaten mit Geld und sagten: „Sagt, seine Jünger sind in der Nacht gekommen und haben ihn gestohlen, während wir schliefen“ (Matthäus 28,13).

189. Was ist der Auferstehungsleib Christi?

Der Auferstehungsleib ist herausgenommen aus der Endlichkeit und Sterblichkeit; er ist nicht an Raum und Zeit gebunden. Der Auferstehungsleib Christi ist nicht ein Körper, der krank wird, altert und einmal stirbt. Er ist ein verherrlichter Leib.

In diesem verherrlichten Leib trat Jesus Christus mitten unter seine Jünger. Er ging durch verschlossene Türen, brach mit den Jüngern das Brot, zeigte ihnen seine Wundmale von der Kreuzigung und aß mit ihnen. Dadurch machte er deutlich, dass er nicht als ein „Geist“, sondern als Jesus Christus in körperlicher Gegenwart bei ihnen war.

„Auferstehung“ bedeutet nicht eine Rückkehr in das irdische Dasein.

 

Den „Katechismus in Fragen und Antworten“ veröffentlichen wir nach und nach in thematischen Blöcken unter „Katechismus“ in der Rubrik „Woran wir glauben“.

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Schlagworte gottesdienst karfreitag