Am ersten Sonntag im März feierten die Kirchengemeinden einen Gottesdienst, in dem der Verstorbenen gedacht wurde.

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Nicht nur alte Menschen und solche, die in Leid und Trauer gekommen sind, gehen mit dem Gedanken um, was nach dem Tod kommt. So mancher fragt sich, wie das Verhältnis Verstorbener zu Gott ist und ob noch Möglichkeiten der Heilszueignung gegeben sind. Dass der Mensch – Seele und Geist – nach dem leiblichen Tod weiterlebt, wird in der Bibel, im Neuen Testament, klar bezeugt. Die Hoffnung der Christen auf die Auferstehung der Toten verbindet sich mit der Überzeugung, dass sich Fürbitte für Verstorbene auswirkt.

So feiern jedes Jahr am ersten Sonntag im März die neuapostolischen Christen einen Gottesdienst, in dem sie der Verstorbenen gedenken. In der Glaubensgewissheit, dass Jesus Christus zum Heil für alle Menschen das Opfer gebracht hat und dass auch nach dem leiblichen Tod das Heil in Jesus Christus erlangt werden kann, betet die Gemeinde in dem Gottesdienst für alle heilsbedürftigen Seelen. So auch am Sonntag, 5. März 2017.

Der Predigt im Gottesdienst am ersten März-Sonntag 2017 lag ein Bibelwort aus dem Neuen Testament zugrunde: „Auch euch, die ihr einst fremd und feindlich gesinnt wart in bösen Werken, hat er nun versöhnt durch den Tod seines sterblichen Leibes, damit er euch heilig und untadelig und makellos vor sein Angesicht stelle; wenn ihr nur bleibt im Glauben, gegründet und fest, und nicht weicht von der Hoffnung des Evangeliums, das ihr gehört habt und das gepredigt ist allen Geschöpfen unter dem Himmel“ (Kolosser 1,21-23).

Heilszueignung für Verstorbene

Allein in Gott, dem Sohn, Jesus Christus, ist das Heil. Sein Heilsangebot gilt allen Menschen, Lebenden oder Verstorbenen. Um Zugang zum Heil in Jesus Christus zu erhalten, gilt es, die eigene Heilsbedürftigkeit zu erkennen und um das Heil zu bitten. Wesentliche göttliche Heilszuwendungen sind die Sakramente.

Halten der Stammapostel – höchster Geistlicher der Kirche – oder ein Bezirksapostel einen solchen Gottesdienst, in dem der Verstorbenen gedacht wird, spenden sie auch die Sakramente für sie. Die Sakramentsspendung wird stellvertretend an zwei kirchlichen Amtsträgern vollzogen. Dies war schon im Urchristentum so: Wie im Neuen Testament berichtet wird, wurden damals Lebende für Tote getauft (1. Korinther 15,29).

Bezirksapostel Michael Ehrich, Leiter der Gebietskirche Süddeutschland, feierte den Gottesdienst am Sonntag, 5. März, mit einer großen Gemeinde in Immenstadt. Übertragen wurde der Gottesdienst in Bild und Ton in die Kirchen Kempten-Sankt Mang, Kempten-Süd und Sonthofen, sodass alle Kirchenmitglieder aus dem Kirchenbezirk Kempten die Möglichkeit hatten, den Gottesdienst mitzuerleben.

Alle Apostel aus Süddeutschland begleiteten den Bezirksapostel zu diesem Gottesdienst, mit Ausnahme von Apostel Dieter Prause (Apostelbereich Heilbronn/Nürnberg), der an diesem Sonntag zum Gottesdienst mit dem Stammapostel eingeladen war. Die Bischöfe Paul Hepp (Apostelbereich München) und Jürgen Gründemann (Apostelbereich Ulm) waren ebenfalls im Gottesdienst in Immenstadt dabei.

Als Predigtgrundlage nahm der Bezirksapostel ein Bibelwort aus dem Neuen Testament: „Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich“ (Johannes 14,6). Zur weiteren Wortverkündigung wurden Bischof Hepp und Apostel Martin Schnaufer (Apostelbereich Freiburg/Tübingen) gerufen.

 

Was sagt der Katechismus dazu?

Einiges von dem, was in dem 2015 erschienenen „Katechismus der Neuapostolischen Kirche in Fragen und Antworten“ zum Leben nach dem leiblichen Tod ausgeführt wird, zitieren wir nachstehend:

531. Gibt es ein Weiterleben nach dem Tod?

Ja, der Mensch ist sowohl ein leibliches als auch ein geistiges Wesen; er ist eine Einheit von Leib, Seele und Geist.

Der Leib des Menschen ist sterblich, er unterliegt der Vergänglichkeit. Er ist von Erde genommen und wird wieder zu Erde (vgl. 1. Mose 3,19). Dagegen leben Seele und Geist auch nach dem leiblichen Tod weiter, sind also unsterblich. Die Personalität des Menschen – das Wesentliche, was ihn ausmacht, was er erlebt, empfunden, geglaubt und gedacht hat – bleibt also nach dem leiblichen Tod erhalten.

532. Was ist der Tod?

Man unterscheidet zwischen dem leiblichen Tod und dem geistlichen Tod des Menschen. Der leibliche Tod bedeutet das Ende des Erdenlebens. Wenn er eingetreten ist, haben Seele und Geist den Leib verlassen. Der geistliche Tod ist die Trennung des Menschen von Gott. Sie ist Folge der Sünde.

Wenn die Bibel vom „zweiten“ Tod (vgl. Offenbarung 20,6; 21,8) spricht, ist damit die Trennung von Gott gemeint, die nach dem Endgericht wirksam wird.

533. Was ist in der Bibel auch noch unter „Tod“ zu verstehen?

In der Bibel wird mit „Tod“ auch die gottwidrige Macht bezeichnet, die leibliches und geistiges Leben bedroht und zerstören will. So wird in der Offenbarung des Johannes der Tod bildlich als Person beschrieben: „Und ich sah, und siehe, ein fahles Pferd. Und der darauf saß, dessen Name war: Der Tod, und die Hölle folgte ihm nach“ (Offenbarung 6,8).

534. Wer hat Macht über den Tod?

Der dreieinige Gott ist Herr über Leben und Tod. Jesus Christus hat durch seine Auferstehung den Tod besiegt. Damit hat er dem Menschen den Zugang zum ewigen Leben ermöglicht: „… Christus Jesus, der dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht hat durch das Evangelium“ (2. Timotheus 1,10).

535. Welche Bedeutung hat die Auferstehung Jesu Christi?

Die Auferstehung Jesu Christi ist Grundlage für die Auferstehung der Toten. Da er auferstanden ist, werden die Toten auch auferstehen, „die einen zum ewigen Leben, die andern zu ewiger Schmach und Schande“ (Daniel 12,2).

536. Gibt es Hinweise auf das Weiterleben nach dem Tod in der Heiligen Schrift?

Ein Weiterleben nach dem leiblichen Tod wird schon im Alten Testament angedeutet, im Neuen Testament wird es mehrfach bezeugt. Beispielsweise heißt es in 1. Petrus 3,19.20: „In ihm ist er [Jesus Christus] auch hingegangen und hat gepredigt den Geistern im Gefängnis, die einst ungehorsam waren, als Gott harrte und Geduld hatte zur Zeit Noahs, als man die Arche baute, in der wenige, nämlich acht Seelen, gerettet wurden durchs Wasser hindurch.“

 

Den „Katechismus in Fragen und Antworten“ veröffentlichen wir nach und nach in thematischen Blöcken unter „Katechismus“ in der Rubrik „Woran wir glauben“.

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