Dies war der Titel eines Vortrags am Montagabend, 6. November 2017, im „Forum Fasanenhof“, der Begegnungsstätte der Neuapostolischen Kirche in Stuttgart-Möhringen.

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    Forum-Geschäftsführerin Astrid Loy (rechts) übernahm Begrüßung und Dank

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Über Form und Inhalt neutestamentlicher Wundergeschichten, insbesondere die Wunder Jesu, von denen die Evangelien zeugen, referierte Dr. Reinhard Kiefer. Er ist theologischer Referent bei der Neuapostolischen Kirche International und bekleidet in der Kirche das Amt eines Gemeindeevangelisten. An jenem Montag war er als Mitglied einer Arbeitsgruppe ohnehin in Stuttgart.

In seinem interessanten, lebhaften Vortrag machte Reinhard Kiefer deutlich, dass die Wundertaten Jesu „einen ausgesprochen eschatologischen, heilsgeschichtlichen Charakter“ haben. Sie seien Hinweise darauf, dass „Gott in Jesus entscheidend zu handeln begonnen hat und in ihm die Gottesherrschaft anbricht“. So zeigte er am Beispiel der Krankenheilungen durch Jesus, dass diese Taten „in direktem Zusammenhang mit dem Anbruch der messianischen Heilszeit, dem Erscheinen des Gottessohnes unter den Menschen“, stehen und zudem auf das göttliche Wesen Jesu Christi verweisen.

Im Hinblick auf die Wunder, von denen die Apostelgeschichte berichtet, erklärte Kiefer, dass sie im Namen Jesu gewirkt worden seien und sich in ihnen „die Heilsmacht des Auferstandenen und zugleich die Wahrheit der Evangeliumsverkündigung“ zeige. So habe Paulus betont, dass in den Zeichen und Wundern, die seine Verkündigung begleiteten, Christus selber wirke und nicht die Macht eines Menschen. Dazu verwies Kiefer auf Römer 15,18f.

Sein Fazit: „Das Wunder steht im Dienst des Wortes und der Liebe, es dient niemals der Selbstverherrlichung und der Sensationslust.“

Etliche der zahlreichen ZuhörerInnen beteiligten sich rege mit Fragen während des Vortrags und in der anschließenden Diskussionsrunde.


Was sagt der Katechismus dazu?


Was im 2015 erschienenen „Katechismus der Neuapostolischen Kirche in Fragen und Antworten“ zu den Wundern Jesu ausgeführt wird, zitieren wir nachstehend:


106. Welche Taten zeigen, dass Jesus Christus wahrer Gott ist?

Die Wunder, die er tat, zeigen, dass Jesus Christus wahrer Gott ist. Ihm war die Natur untertan, denn er stillte einen Sturm und ging über den See Genezareth. Er erwies sich als Herr über Leben und Tod, indem er Kranke heilte und Tote zum Leben auferweckte. Dadurch, dass er Brot und Fische vermehrte und damit Tausende Menschen speiste, sowie dadurch, dass er Wasser in Wein umwandelte, überstieg sein Wirken alles, was Menschen können. Er war Herr über die Sünde; wiederholt hat er Sünde vergeben.


140. Welche Wunder tat Jesus?

Die Wunder, die der Sohn Gottes tat, sind unterschiedlich: Heilungen von Kranken, Austreibungen böser Geister, Auferweckungen von Toten, Naturwunder, Speisungswunder, Geschenkwunder.


141. Warum tat Jesus Wunder?

Jesus tat Wunder, um zu zeigen, dass sich in ihm Gott als der Allmächtige und der Liebende dem leidenden Menschen barmherzig zuwendet. Die Wunder offenbaren die Herrlichkeit des Gottessohnes und seine göttliche Vollmacht.


142. Von welchen Krankenheilungen wird in den Evangelien berichtet?

Die Evangelien berichten, dass Jesus blinde, lahme, taube und aussätzige Menschen heilte. Diese Heilungen verweisen auf das göttliche Wesen Jesu Christi, der so handelte, wie Gott von sich zu Israel sprach: „Ich bin der Herr, dein Arzt“ (2. Mose 15,26). Die Heilungswunder stehen immer in engem Zusammenhang mit dem Glauben der betroffenen Menschen (vgl. z.B. Lukas 18,35-43).


143. Was wird über Austreibungen böser Geister durch Jesus berichtet?

In den Evangelien wird berichtet, dass Jesus Dämonen austrieb – die nach damaliger Vorstellung auch Verursacher von Krankheiten waren – und so die Menschen heilte. Jesus Christus wurde sogar von den Dämonen als Herr erkannt (vgl. Markus 3,11).


144. Von welchen Totenauferweckungen wird in den Evangelien berichtet?


Die Evangelien schildern drei Fälle, in denen Jesus verstorbene Menschen ins Leben zurückrief: die Tochter des Jairus (vgl. Matthäus 9,18-26), den Jüngling zu Nain (vgl. Lukas 7,12-15) und Lazarus, den Bruder von Maria und Marta (vgl. Johannes 11,1-44).

Die Auferweckungen vom Tod machen deutlich, dass Jesus Christus auch Herr über den Tod ist. Sie verweisen zugleich auf die Hoffnung, dass dereinst die Toten zum ewigen Leben auferstehen werden.


145. Von welchen Naturwundern wird in den Evangelien berichtet?

Jesus hatte Macht über den Wind und das Meer, sie waren ihm „gehorsam“ (vgl. Matthäus 8,27): Es war Sturm und als er ihm Einhalt gebot, trat Windstille ein; das Wasser wurde ruhig. Damit zeigte sich Jesu Macht über die Elemente.

Die Herrschaft Jesu über die Naturgewalten unterstreicht, dass der Gottessohn Schöpfer ist, wie Gott, der Vater (vgl. Johannes 1,1-3).


146. Von welchen Speisungswundern wird in den Evangelien berichtet?

In allen Evangelien wird von dem Wunder berichtet, dass Jesus fünftausend Menschen mit fünf Broten und zwei Fischen satt machte (vgl. z.B. Markus 6,30-44). Das Matthäus- und das Markus-Evangelium erzählen zudem von der Speisung der Viertausend (vgl. Matthäus 15,32-39 und Markus 8,1-9).

Diese Wunder erinnern daran, dass Gott bei der Wüstenwanderung des Volkes Israel für Speise (Manna) sorgte. Weiterhin verweisen diese Geschehen auf das Heilige Abendmahl.


147. Von welchen Geschenkwundern wird in den Evangelien berichtet?

Jesus tat auch Wunder, in denen Menschen eine Fülle irdischer Gaben empfingen. Beispiel für ein solches Geschenkwunder ist der reiche Fischfang des Petrus. Dieser hatte mit anderen Fischern eine ganze Nacht lang gearbeitet, doch nichts gefangen. Auf das Wort Jesu hin warfen die Fischer ihre Netze erneut aus, und sie fingen eine so große Menge Fische, dass die Netze zu reißen begannen und die Boote fast untergingen (vgl. Lukas 5,1-11).

Bei der Hochzeit zu Kana machte Jesus aus Wasser Wein (vgl. Johannes 2,1-11). Auch dies ist ein Geschenkwunder und damit Zeichen der Göttlichkeit Jesu Christi.



Den „Katechismus in Fragen und Antworten“ veröffentlichen wir nach und nach in thematischen Blöcken unter „Katechismus“ in der Rubrik „Woran wir glauben“.